Motivation
In einer zukunftsfähigen Produktentwicklung müssen Auswirkungen von sich dynamisch ändernden Anforderungen vor allem im unternehmensübergreifenden Engineering Change- und Konfigurations-Management (ECM) ständig neu bewertet werden. Das betrifft z.B. Entwicklungsaufwände, den Erfüllungsgrad von Anforderungen, die Funktionskosten mit Folgekosten im Systemlebenszyklus (z.B. Produktion, Validierung und Wartung) und die Produktvarianten. Derzeit gibt es dafür keine ausreichende methodische Lösung.
Ziele und Vorgehen
Im Projekt ImPaKT soll eine Lösung entwickelt werden, die automatisiert und ganzheitlich bewertet, wie sich Änderungen an einem Produkt auf ein anspruchsvolles, interdisziplinäres Gesamtsystem auswirken. Dabei wird das Potenzial von modellbasiertem Systems Engineering (MBSE) ausgeschöpft, indem ein gemeinsamer Parameterraum geschaffen wird, der als Informationsgrundlage für eine datenbasierte Auswirkungsanalyse dient. Dafür wird zunächst aus bestehenden IKT-Basistechnologien und Insellösungen eine integrierte ImPaKT-Referenzarchitektur geschaffen, die auf Unternehmensnetzwerke mit ihren heterogenen Produkt- und Anwendungslebenszyklen angepasst werden kann.
Innovationen und Perspektiven
Im Projekt werden die Basisalgorithmen in Software-Module überführt und prototypisch in einer Plattform integriert. Zur Validierung der Ergebnisse werden in einem zyklischen Vorgehen drei Demonstratoren der industriellen Anwendungspartner unter Einsatz der ImPaKT-Ergebnisse entwickelt und mit Blick auf die Änderungsauswirkungen untersucht. Durch die drei Anwendungspartner aus unterschiedlichen Branchen und Positionen in der Wertschöpfungskette wird ein breiter Anwendungsbereich der Ergebnisse sichergestellt. Die Ergebnisse werden von den Partnern und den dazugehörigen Wertschöpfungsnetzwerken industriell verwertet, in diversen Organisationen und Dachverbänden zur Standardisierung eingebracht und in die akademische Lehre übernommen. So wird eine weitreichende industrielle Anwendung erreicht und eine wettbewerbsfähige Entwicklung komplexer Gesamtsysteme ermöglicht.