Motivation
Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz, (insb. des maschinellen Lernens und der Spracherkennung), bieten neue Gestaltungsmöglichkeiten zur Reorganisation von Wissensarbeit an der Schnittstelle von Mensch und KI. KI-Systeme liefern nicht nur Potenziale in der Automatisierung von Routineaufgaben, sondern können als neue „Teammitglieder“ die Lösung von komplexen Aufgaben von Mitarbeitenden unterstützen, da sie in vielen Bereichen zum Menschen komplementäre Fähigkeiten beitragen. Menschen nehmen KI-basierte Systeme als soziale Akteure wahr, stellen deshalb aber auch ähnliche Erwartungen an die Qualität ihrer Lösungsbeiträge und ihr Kommunikationsverhalten, die häufig nicht erfüllt werden und zu Unzufriedenheit, Ablehnung bzw. Nicht-Nutzung der Systeme führen können. Durch die Unterschiede hinsichtlich der Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen (menschlicher Intelligenz) und Maschinen (künstlicher Intelligenz) entstehen neuartige Gestaltungsherausforderungen in der Zusammenarbeit sowie den Lernverfahren für menschliches und maschinelles Lernen.
Ziele und Vorgehen
Ziel der Nachwuchsgruppe ist die Erforschung, Erprobung und Validierung von soziotechnischen Gestaltungsanforderungen und -mustern zur Entwicklung von KI-Systemen in der Wissensarbeit. Diese implementieren kollaborative Arbeitspraktiken der Mensch-KI-Zusammenarbeit, insbesondere zur Arbeitsteilung und um dabei transparent und nachvollziehbar Aufgaben und Arbeitsstände zu übergeben und das Lernen zwischen Menschen und KI-Systemen entsprechend ihrer jeweiligen Stärken zu fördern.
Innovationen und Perspektiven
Die Verwertung der Projektergebnisse erfolgt in wissenschaftlichen Publikationen und durch Präsentationen auf Konferenzen sowie über die Lehre in Lehrveranstaltungen und Abschlussarbeiten. Darüber hinaus gelangen die Ergebnisse über die assoziierten Praxispartner im Forschungsverbund als Multiplikatoren in weitere Organisationen und Anwenderpublikationen. Mit dem Aufbau der Nachwuchsgruppe soll die menschzentrierten KI-Forschung an den beiden Universitätsstandorten Hamburg und Kassel langfristig ausgebaut werden.