Motivation
Die chemische Industrie ist geprägt durch komplexe logistische Prozesse, deren Effizienz und Effektivität ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg sind. Diese Prozesse betreffen zum einen die Logistik von Werkstoffen und Produkten als auch die Logistik von Mitarbeitenden. Eine vollständige Automatisierung dieser Prozesse ist nicht immer sinnvoll bzw. möglich, da es zu viele Ausnahmen gibt, auf welche die Unternehmen flexibel reagieren müssen. Die Eingangsparameter, die zum Verständnis dieser Prozesse notwendig sind, sind allerdings so umfangreich, dass Mitarbeitende die darin enthaltenen Informationen nicht vollständig nutzen können. Künstliche Intelligenz (KI) ist dagegen sehr gut geeignet, Muster in Datenströmen zu erkennen. KI kann in der Regel aber nicht alle Auswirkungen abschätzen, die ihre Ergebnisse in der Praxis haben können.
Ziele und Vorgehen
Daher erforscht das Projekt hKI-Chemie, wie KI den Menschen befähigen kann, in komplexen Situationen bessere Entscheidungen zu treffen. Hierfür werden KI-Lösungen entwickelt, die nicht als Black-Box konzipiert sind, sondern selbsterklärende Methoden verwendet. Dadurch sollen einerseits die Prozesse durch die KI-basierte Auswertung der Prozessparameter optimiert werden. Zum anderen sollen die Mitarbeitenden dabei unterstützt werden, Prozessprobleme frühzeitig zu erkennen sowie geeignete Lösungen auszuwählen und damit fundierte und optimierte Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus sollen maschinell gelernte Zusammenhänge über Schichten und Personalwechsel zur Verfügung gestellt werden. Damit greift das Projekt das Leitbild einer humanzentrierten KI auf, wie es u.a. in der Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung und im Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ zu finden ist.
Innovationen und Perspektiven
hKI-Chemie arbeitet eng mit den Sozialpartnern der chemischen Industrie zusammen, da KI-Verfahren grundlegenden Einfluss auf moderne Arbeitsplätze haben werden. Hierfür sind neben Arbeitgeberverband und Gewerkschaft auch die Betriebsräte der beteiligten Chemie-Unternehmen aktiv in das Projekt eingebunden. Im Projekt werden wiederverwendbare KI-Bausteine, Entwicklungsmethoden und Handlungsempfehlungen erarbeitet, um den Einsatz humanzentrierter KI in vielen Unternehmen und Branchen zu erleichtern.