Motivation
Die Erzeugung und Verarbeitung großer Datenmengen gewinnt in nahezu allen Lebensbereichen zunehmend an Bedeutung. Mit der Nutzung von Smartphones, sozialen Netzwerken sowie des Internets im Allgemeinen sind riesige neue Datenquellen entstanden. Mit fortschreitender digitaler Vernetzung im Internet der Dinge und Dienste, wie beispielsweise in „Smart Homes“, wird die Menge verfügbarer Daten noch um ein Vielfaches vergrößert. Diese Entwicklung wirft Fragen von großer gesellschaftlicher Relevanz auf: etwa nach dem Schutz der Privatsphäre, kommerzieller oder staatlicher Überwachung, Intransparenz oder Fehler bei Datenverwendungen sowie bei automatisierten Entscheidungen.
Ziele und Vorgehen
Die gesellschaftlichen Diskussionen darüber, wie einerseits die Innovationspotenziale ausgeschöpft und dabei andererseits die individuellen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen ausreichend berücksichtigt werden können, haben erst begonnen. Das Projekt ABIDA trägt zu diesen Diskussionen mittels einer Reihe von Forschungs- und Dialoginstrumenten bei. Im Zentrum des Projekts stehen vier Handlungsfelder: die Beurteilung gegenwärtiger Entwicklungen, die Ermittlung der Bürgersichten, der Wissensaustausch der Fachdisziplinen sowie die Abschätzung künftiger Entwicklungen und Handlungsoptionen. Die vielschichtigen Entwicklungen von Big Data-Anwendungen, Datenströmen und Geschäftsmodellen sollen mit einem kontinuierlichen Monitoring erfasst werden. Um gesellschaftliche Veränderungen zu ermitteln und zu beurteilen, sollen interdisziplinäre Vertiefungsstudien erstellt werden, die von Expertenworkshops und Fokusgruppen begleitet werden. Um Einschätzungen und Erwartungen von Bürgern zu erkennen, werden drei „Bürgerkonferenzen“ abgehalten und durch eine repräsentative Bevölkerungsumfrage ergänzt. Der aktuelle Stand gesellschaftsorientierter Wissenschaften soll zusammengeführt, weiterentwickelt und für die Beurteilung konkreter Big Data-Entwicklungen angewandt werden. Dazu dienen Arbeitskreise in den Themenfeldern Ethik, Ökonomie, Soziologie, Rechts- und Politikwissenschaft. Ergänzt wird dies durch eine Fachtagung und Dialoge zu technologischen Fragestellung. Auf Basis der Forschungsarbeiten sollen schließlich Handlungsoptionen für Politik, Forschung und Entwick-lung erarbeitet werden. Als Grundlage werden mögliche Entwicklungen in Szenarien abgeschätzt und diskutiert.
Innovationen und Perspektiven
Die beteiligten Projektpartner bringen durch ihre Mitwirkung am Büro für Technikfolgenabschätzung beim deutschen Bundestag (TAB) fundierte Kompetenzen bei der Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter komplexer technischer Sachfragen in das Projekt ein.