Motivation
Die sehr hohen Messgenauigkeiten bei modernen klinische Analysegeräten – mit einer Fehler-rate unter 0,1% – werden häufig durch Fehler bei Lagerung, Transport oder Handling auf bis zu 12% verschlechtert. Insbesondere Temperaturschwankungen oder Stürze und Vibrationen können zu Veränderungen der biochemischen Eigenschaften der medizinischen Proben auf dem Weg vom Patienten ins Labor führen.
Ziele und Vorgehen
Daher war das Ziel von smartAnalytics die Digitalisierung der logistischen Prozesse zwischen medizinischer Probenahme und analytischer Laboruntersuchung, um entscheidende Randbedingungen wie Temperatureinfluss oder Probenalter bei der Interpretation der Analysenergebnisse berücksichtigen zu können. Damit sollte die „präanalytische Fehlerrate“ der klinischen Di-agnostik signifikant reduziert werden. Für die Schaffung dieses neuen Qualitätsniveaus durch die qualitative Auswertung von Proben-Metadaten und deren vollautomatische Einbeziehung in die medizinische Interpretation der Analytik-Ergebnisse war ein entsprechendes Konzept und Metadatenmodell vorhanden. Innerhalb des Projektes erfolgte die praktische Umsetzung in Form der Bestückung medizinischer Proben-Racks mit geeigneter Sensorik (Cyber Physical Systems mit Temperatursensor und GPS, Datenspeicherung oder -vorbearbeitung), der Kommunikation der Sensorik mit Softwaresystemen über die Cloud und die finale Entwicklung der Software (Datenbankserver, Analyzer-Komponente) und Schnittstellen.
Innovationen und Perspektiven
Mit Hilfe der Testumgebung der Hahn Schickard Gesellschaft wurden die Sensor-Kommunikations- und Datenbankkomponenten sowie die entsprechenden Schnittstellen entwickelt und in der vorhandenen Funknetzwerkinfrastruktur praxisnah getestet.