Motivation
In industriellen Kontexten gewinnen Roboter, die für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ausgelegt sind, immer größere Bedeutung. Eine Herausforderung im Einsatz solcher sogenannter Cobots (für “collaborative robots”, also “Zusammenarbeits-Roboter”) liegt in den Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Mensch und Roboter: Um flexibel in industriellen Kontexten eingesetzt werden zu können, müssen die Roboter ad-hoc neue Einsatzgebiete erlernen können und sich dynamisch neuen Aufgaben bzw. Arbeitsschritten und Umgebungen anpassen, ohne von den Arbeitenden ausgefeilte Programmierkenntnisse zu erwarten oder den Rückgriff auf Technikexpertinnen und-experten zu benötigen. Dafür ist es wichtig, natürlichsprachliche Interaktionsfähigkeiten zu entwickeln, mit denen menschliche Nutzerinnen und Nutzer Cobots neue Aktionen beibringen und auf interaktive Weise Arbeitsschritte mit ihnen gestalten können, ganz so, als ob man mit menschlichen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitet. Aus Cobots werden so conversational Cobots – COCOBOTs. Ziel des Projekts COCOBOTS ist die Durchführung einer Machbarkeitsstudie, in der ein Fertigungs-Cobot zunächst in Simulation und dann in einer nachgebauten industriellen Laborumgebung entwickelt wird. Dieser Cobot wird mit natürlichsprachlichen Interaktionsfähigkeiten ausgestattet, die es ihm ermöglichen, auf Basis bereits bekannter Fertigungsabläufe neue Konzepte und Aufgabenstellungen zu erlernen. Zusätzlich zum sprachlichen Austausch soll der Cobot seine Umgebung und die menschlichen Interaktionspartnerinnen und -partner mittels Sensoren analysieren und mit ihnen physisch interagieren können. Dabei werden die verschiedenen Interaktionsmodalitäten integriert, um möglichst flexibel und intuitiv kommunizieren zu können.
Ziele und Vorgehen
Bei der Auswertung des Projekts spielt nicht nur die Interaktion und der Erfolg bei der kollaborativen Fertigung eine Rolle, sondern auch der Vergleich zu derzeit in der Industrie eingesetzten Methoden der Roboter-OnlineProgrammierung. Dadurch sollen der natürlichsprachliche Programmieransatz im industriellen Kontext ganzheitlich analysiert sowie zukünftige Forschungs- und Entwicklungsperspektiven aufgezeigt werden.
Innovationen und Perspektiven
Das Projekt bringt führende akademische und industrielle Forschungseinrichtungen in den Bereichen Verarbeitung natürlicher Sprache, Robotik und Computer Vision aus Deutschland und Frankreich zusammen: das “Artificial and Natural Intelligence Toulouse Institute” (ANITI) und Linagora aus Frankreich sowie Synergeticon GmbH und die Universität Potsdam aus Deutschland.