Motivation
Hersteller und Betreiber von Anlagen in der industriellen Fertigung sind gesetzlich dazu verpflichtet, zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit eine Beurteilung der Risiken und Gefährdungen, die sich aus dem Betrieb der Maschinen ergeben können, zu erstellen. Vor dem Hintergrund einer wandelbaren Produktion entstehen dabei neue Herausforderungen, da sich aus jeder Veränderung an einem integrierten Fertigungssystem, also auch der Neukonfiguration oder der Umstellung von Systemkomponenten, Pflichten zur Einhaltung der Sicherheit ableiten.
Ziele und Vorgehen
Ziel von BaSySafe war es, einen ganzheitlichen Ansatz zur Integration und Pflege sicherheitsrelevanter Informationen in der industriellen Fertigung zu entwickeln. Um die für die Risiko- und Gefährdungsbeurteilungen (GBU) spezifischen Herausforderungen in der wandelbaren Produktion zu bewältigen, wurde die durch die Erweiterung der von BaSys 4.0 zur Verfügung gestellte Referenzimplementierung genutzt. Basierend auf dem Konzept der Verwaltungsschale (VWS) wurde eine standardisierte, maschinell gestützte Vorgehensweiseentwickelt, um GBU für Montagesysteme zu erstellen und den Funktionsumfang, den Reifegrad und damit die Attraktivität der BaSys-Middleware um die Dimension Sicherheit zu erweitern. Als wesentlicher Bestandteil des Lösungsansatzes wurde ein modellbasiertes Werkzeug zur Ansicht, Bearbeitung und Kombination von GBU erstellt, welches praxisgerecht soll es zu den heute marktüblichen Engineering-Werkzeugen kompatibel ist. Durch die VWS-gestützte Herangehensweise ist das Montagesystem zur Ausführungszeit sicher zu rekonfigurieren und die Sicherheitsaspekte dauerhaft und leicht auffindbar zu dokumentieren. Sicherheitstechnisch bedenkliche Maschinen-Konfigurationen können so frühzeitig bemerkt und abgestellt werden.
Innovationen und Perspektiven
Die prototypische Implementierung erfolgte in einem gemeinsamen Demonstrator, um die Projektergebnisse in verschiedenen Wandlungsszenarien zu evaluieren. Im Fokus stand dabei die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, insbesondere die Mensch-RoboterKollaboration an einem manuellen Arbeitsplatz in der diskreten Fertigung, also einer Produktionsumgebung, in der Produkte als abzählbare Einheiten hergestellt werden.