Motivation
Cobots (collaborative robots), Industrieroboter, die mit Menschen gemeinsam arbeiten und im Produktionsprozess nicht durch Schutzeinrichtungen von diesen getrennt sind, sind ein hochaktuelles Thema in der Robotik. Marktstudien prognostizieren beeindruckende Wachstumsraten für die nahe Zukunft. Typische Cobots können aber nur vorprogrammierte Aktionen ausführen und nicht sinnvoll auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren. Daher sind kostspielige Sicherheitsvorkehrungen erforderlich, die auch zu Leistungseinbußen und weiteren Nachteilen führen. Kognitive Roboter hingegen können multisensorische Reize adäquat verarbeiten und selbstständig auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren. Dazu müssen sie insbesondere in der Lage sein, menschliche Bewegungen und Verhaltensweisen genau zu erkennen, sich an deren Ungenauigkeiten anzupassen und auf neue Situationen einzustellen.
Ziele und Vorgehen
Im Vorhaben CORINNE soll das Potenzial des Neuromorphic Computing genutzt werden, um die spezifischen Herausforderungen in der menschlichen Bewegungserkennung zu lösen. Ziel ist es, einen komplexen interaktiven Arbeitsablauf beim Schweißen mit einem menschlichen Bediener zu realisieren. Dazu sollen Algorithmen für den MAiRA-Roboter, einen kollaborativen Roboter der Firma Neura Robotics, entwickelt werden, mit deren Hilfe basierend auf einem neuartigen neuromorphen Sensor menschliche Gesten erkannt werden können.
Innovationen und Perspektiven
Aktuell gibt es keinen Roboter, der die algorithmischen Herausforderungen bei kollaborativen Aufgaben mit mehreren Robotern bewältigen und gleichzeitig einen möglichst geringen Energieverbrauch sowie eine möglichst geringe Latenzzeit gewährleisten kann. Von CORINNE wird daher ein enormer Sprung nach vorne in der intelligenten Roboterkognition und damit ein entscheidender Vorteil für die deutsche Cobot-Industrie auf dem Weltmarkt erwartet.