Motivation
Der Strahlprozess ist in der produzierenden Industrie ein wesentlicher Verfahrensschritt, der jedoch einer Reihe von Problemen unterliegt. Hoher Anlagenverschleiß, inkonsistente Prozessergebnisse sowie hoher Strahlmittelverbrauch führen zu hohen monetären Aufwänden und zu Umweltbelastungen in Form von Abfall, Ausschuss, Stromverbrauch und Emissionen. Bislang mangelt es an digitalen Lösungen zur konsequenten Vermeidung dieser Probleme und Folgen. Vor dem Hintergrund der hohen Relevanz des Strahlprozesses für die Wertschöpfung produzierender Unternehmen sowie des wachsenden Nachhaltigkeitsbewusstseins in unserer Gesellschaft besteht hier dringender Handlungsbedarf.
Ziele und Vorgehen
Das Verbundvorhaben SPIN:S hat das Ziel, eine smarte Plattform für integrierte und nachhaltige Strahlprozesse zu entwickeln, die fortschrittliche Analytics-Verfahren nutzen soll, um einen auf Small Data und Big Data basierenden digitalen Strahlprozesszwilling in Echtzeit auszuwerten, aufzubereiten und in die System- und Prozesslandschaft der Anwender zu integrieren. Somit soll erstmals ein branchenübergreifend transparenter, reproduzierbarer und ressourceneffizienter Strahlprozess ermöglicht werden.
Innovationen und Perspektiven
Wie frühere Forschungsprojekte gezeigt haben, lassen sich bei einer durchschnittlichen Strahlanlage durch Prozessoptimierungen jährlich etwa 20 Tonnen CO₂ einsparen. Weltweit sind ca. 100.000 Strahlanlagen (ohne Handkabinen und Kleinanlagen) im Einsatz – davon etwa 25 % im Großraum Europa. Die Nutzer der SPIN:S-Plattform können die für sie relevanten Informationen über rollenspezifische Nutzercockpits (z.B. für Instandhaltung, Produktionsplanung) abrufen, die im Rahmen von SPIN:S konzipiert, entwickelt und mit den drei Anwenderunternehmen getestet werden. Durch ihre einfache Anwendbarkeit kann die SPIN:S-Plattform die Basis für gezielte Prozessoptimierungen darstellen sowie zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit und damit einhergehend zu reduzierten Umweltbelastungen durch das Strahlen beitragen.