Motivation
Die regelmäßige und sorgfältige Wartung und Instandhaltung von Schienensystemen ist für die Gewährleistung eines sicheren und zuverlässigen Personen- und Güterverkehrs unerlässlich. Die Beurteilung des Schienensystems gestaltet sich bis heute als enorm aufwendig, da die Daten aus bestehenden Prüfverfahren manuell aufbereitet und analysiert werden müssen. Eine manuelle Auswertung geht mit einer nicht zu vernachlässigenden Fehleranfälligkeit einher, die eine Validierung der abgeleiteten Ergebnisse nötig macht, wodurch zusätzliche Aufwände entstehen. In Summe führt dies zu einer ineffizienten Beurteilung und der damit verbundenen Instandhaltung bestehender Schienennetze. Weiterhin müssen bestehende, aber noch nicht identifizierte Zusammenhänge zwischen Gleisgeometrie und Schienenfehlern selbstständig herausgearbeitet werden, was dazu führt, dass sicherheitsrelevante Abweichungen teilweise erst sehr spät oder gar nicht entdeckt werden bzw. nur mithilfe einer vorsorglichen Instandhaltung zuverlässig vermieden werden können.
Ziele und Vorgehen
Ziel von „KiSiDi“ ist es deshalb, einen Lösungsansatz zu entwickeln, der eine Schadensplausibilisierung, Schadenskategorisierung, Schadenklassifizierung nach spezifischen Anforderungen und eine Schadenspriorisierung nach Sicherheitsaspekten automatisiert durchführt sowie selbstständig neue Zusammenhänge erschließt, um darauf aufbauend dem Netzbetreiber Empfehlungen zur Instandhaltungsplanung zu geben. Durch die Synchronisierung der Zustandserfassung einzelner Schienenabschnitte mit dem Konzept des Digitalen Zwillings wird perspektivisch die digitale Darstellung des gesamten Schienennetzes in einem dreidimensionalen Abbild möglich, das mit der Hilfe von erweiterten Visualisierungsmethoden in Omni-Realities (Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality) interaktiv zur Verfügung gestellt wird und eine bessere Beurteilung, Diskussion, Kategorisierung und Betrachtung von Schäden ermöglicht.
Innovationen und Perspektiven
Der Digitale Zwilling des Schienennetzes dient Netzbetreibern und Instandhaltungsunternehmen als Grundlage, Reparaturarbeiten durch eine detailgetreue, virtuelle Betrachtung dieses Zwillings zu optimieren, ohne selbst vor Ort sein zu müssen, und dadurch den Instandhaltungsprozess effizienter und kostengünstiger zu gestalten sowie die Fehleranfälligkeit zu reduzieren.