Motivation
Kleine und mittlere Unternehmen sind besonders vom IT-Fachkräftemangel betroffen. Dies führt dazu, dass in KMU Geschäftsprozesse in der Regel nur zu einem geringen Grad digitalisiert und auswertbar sind. Ziel des Forschungsprojektes „ProMiDigit“ ist es deshalb, die Ansätze No-Code-Digitalisierung und Process Mining in einer agilen No-Code-Plattform zu kombinieren. Damit soll es IT-Laien ohne Programmiererfahrung ermöglicht werden, Unternehmensprozesse zu digitalisieren (Prozesssynthese) und datengetrieben zu optimieren (Prozessanalyse). Durch den No-Code-Digitalisierungs-Ansatz ist es möglich, Prozesse in ausführbare Applikationen zu überführen, ohne dass dafür eine einzige Zeile Quellcode geschrieben werden muss. Mithilfe des Process Mining-Ansatz können Prozesse auf Basis digitaler Spuren in IT-Systemen identifiziert und analysiert werden. Im produktiven Betrieb können sie jederzeit verändert und iterativ verbessert werden. Unabhängig voneinander sind No-Code- und Process Mining-Lösungen schon erfolgreich in der Anwendung. Eine Kombination beider Ansätze innerhalb einer gemeinsamen Umgebung ist bislang jedoch noch nicht umgesetzt worden.
Ziele und Vorgehen
Während des Projekts werden Geschäftsprozesse mittels eines IT-Baukastens digitalisiert, der Eingabemasken, Workflows, Übersichten und Auswertungen bereitstellt, und mit dem in „ProMiDigit“ entstehenden prototypischen Process Mining-Tool optimiert. Die Lösung wird im Rahmen einer Pilotierung in der betrieblichen Praxis bei den Anwendungspartnern validiert.
Innovationen und Perspektiven
Prozessanalyse und Prozesssynthese bilden dabei einen dynamischen Regelkreis, der unabhängig von IT-Experten ist. Der Fachkräfte-Mangel kann so aufgelöst und die Digitalisierung unternehmensinterner Workflows in KMU langfristig beschleunigt werden.