Motivation
Modellierungswerkzeuge sind Softwarelösungen, die Fachexperten bei der Konstruktion von komplexen Produkten wie z.B. autonomen Fahrzeugen und Industriegütern unterstützen. Klassisch werden diese Werkzeuge als Desktop-Lösungen entwickelt. Während textbasierte Programmierumgebungen auf Basis von Technologien wie dem Language Server Protocol (LSP) heute effizient auch als webbasierte Werkzeuge bereitgestellt werden können, fehlen für die Umsetzung webbasierter grafischer Modellierungswerkzeuge essenzielle Verfahren und Komponenten. Zugleich stellen diese Werkzeuge eine notwendige Voraussetzung für innovative digitale Konstruktionsprozesse dar. Somit steigt der Bedarf, den Aufwand zur Umsetzung webbasierter Modellierungswerkzeuge signifikant zu reduzieren.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Verbundprojekts „WEBMODEL“ ist die Entwicklung konzeptioneller und technischer Verfahren zur effizienten Umsetzung von webbasierten Modellierungswerkzeugen. Für die Realisierung zentraler Werkzeuganforderungen wie grafische Editoren, Modell-Versionierung, Modell-Vergleich, zentrale Modell-Instanz-Verwaltung und Modell-Validierung sind dabei jeweils für die webbasierte Umsetzung geeignete Verfahren zu erarbeiten. Dabei ist eine Reihe von Herausforderungen zu lösen, etwa die Wiederverwendung existierender Desktop-Werkzeugkomponenten, die technologieunabhängige Entwicklung wiederverwendbarer Tool-Clients sowie die Domänenunabhängigkeit der Werkzeugkomponenten. Gegenüber manuell umgesetzten Lösungen sollen außerdem der Aufwand für die initiale Umsetzung sowie für die kontinuierliche Wartung signifikant reduziert werden.
Innovationen und Perspektiven
Um die Praxistauglichkeit der Ergebnisse abzusichern, werden die entwickelten Konzepte im Rahmen des Vorhabens anhand der Web-Migration zweier Modellierungs-Tools des Forschungspartners fortiss GmbH evaluiert. Die geplanten Verfahren werden auf Basis einer Open-Source-Lizenz entwickelt und den Anwendern verfügbar gemacht. Die EclipseSource München GmbH wird ihr im Projekt erworbenes Know-how kommerziell über das Angebot von Dienstleistungen verwerten, wodurch zusätzliche Arbeitsplätze am Wirtschaftsstandort geschaffen werden können. Das Vorhaben besitzt das Potenzial, die aktuell im Desktop-Bereich existierende Führungsrolle des Standortes Deutschland auf die Entwicklung von web- und cloudbasierten Modellierungswerkzeugen zu transferieren und damit den Wirtschafts- und Forschungsstandort nachhaltig zu stärken.