Motivation
Der Pflegenotstand ist eines der Themen, die die öffentliche Debatte und politische Agenda prägen. Bessere medizinische Versorgung und steigende Lebenserwartung bewirken einen Mehrbedarf an Fachkräften in der Pflege. Die Lücke zwischen Bedarf und tatsächlichem Personalangebot wächst zunehmend. Zudem ist die durchschnittliche Verweildauer im Pflegeberuf wesentlich kürzer als in anderen Berufsfeldern, da die Arbeitsinhalte und Verantwortung im Pflegeberuf den Körper und Geist der Mitarbeitenden stark belasten. Außerdem sind noch klassische starre Schichtmodelle im Einsatz, die eine flexible Schicht- und Dienstplanung nicht erlauben. Eine Umplanung von bereits definierten Schichten und Dienstplänen ist in der Regel nur mit hohem Aufwand möglich. Durch die unflexiblen Dienstplanstrukturen wird zudem ein Wiedereinstieg in den Beruf, z.B. nach Elternzeit, zusätzlich erschwert und führt dazu, dass viele ausgebildete Fachkräfte sich aus dem Beruf verabschieden.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Vorhabens ist die prototypische Entwicklung eines intelligenten Personalplanungssystems für die flexible Schicht- und Dienstplanung in der Pflege, das vor allem die Belange der Mitarbeitenden berücksichtigt. Dabei soll das digitale Personalplanungssystem des Projektpartners Planerio GmbH um ein KI-Konzept erweitert werden. Mithilfe von KI-Methoden und Machine-Learning-Algorithmen sollen die Wünsche und kurzfristigen Notwendigkeiten der Mitarbeitenden direkt aus den Verfügbarkeiten des Schicht- und Dienstplans optimal und flexibel errechnet werden. Das Konsortium wird von zwei assoziierten Anwendungspartnern, Lebenswert – Ambulantes Intensivpflegeteam Nordbayern GmbH und Bärenstark – Intensivpflege GmbH, mit der Bereitstellung von anonymisierten realen Dienstplanungsdaten unterstützt. Zudem erfolgt die Evaluierung des zu entwickelnden Demonstrators bei den assoziierten Partnern im Feldversuch.
Innovationen und Perspektiven
Die in diesem Vorhaben adressierten Zielstellungen generieren einen signifikanten Mehrwert sowohl für die Praxis und die Volkswirtschaft als auch für die Forschung und die Gesellschaft. Durch eine gesteigerte Flexibilität des Schichtplanungssystems wird der Fokus verstärkt auf die ergonomischen und personellen Bedürfnisse der Arbeitnehmer gelegt, um die Verweildauer im Pflege- und Gesundheitsberuf durch eine gesteigerte Jobmotivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen.