Motivation
Die Optimierung von klinischen Abläufen ist aus gesundheitsökonomischer Sicht von hoher Bedeutung. Zugleich erfordern die Diagnostik- und Therapieprozesse im Krankenhaus eine komplexe Planung und Steuerung der notwendigen Ressourcen auf einer möglichst guten Datenbasis. Hierzu kommen Krankenhausinformationssysteme (KIS) zum Einsatz, die medizinische und administrative Daten verarbeiten und in der Regel auch IT-Unterstützung für Materialwirtschaft, Transportlogistik und angrenzende Prozesse abdecken. Standortbezogene Daten werden dabei heute nur teilweise genutzt, da diese bisher mit manuellem Aufwand und nicht in einer Durchgängigkeit und Qualität erfasst werden, die zur umfassenden Prozessoptimierung ausreicht. Eine verbesserte Nutzung standortbezogener Daten und deren Einbeziehung in die Planung und Steuerung komplexer Krankenhausvorgänge kann dazu beitragen, Verzögerungen von Abläufen und Verschiebungen von Behandlungen zu vermeiden und so Probleme zu lösen, die gegenwärtig erhebliche Mehrausgaben im Gesundheitswesen bedingen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des FuE-Vorhabens ist es, die Behandlungsprozesse in Kliniken mit standortbezogenen Informationen zu verbessern und effizienter zu gestalten. Im Ergebnis können damit Wartezeiten und Orientierungsprobleme vermieden sowie die Ressourcennutzung optimiert werden. Durch automatisierte Analysen der Ressourcenauslastung können Medizinprodukte zudem nachhaltig und auf den Bedarf abgestimmt bevorratet werden. Neben krankenhausspezifischen Rahmenbedingungen wird im Vorhaben durchgehender Datenschutz als zentrale Anforderung beachtet. Den Kern des Lösungsansatzes bildet eine akustische Lokalisierungsplattform, die auch in solchen Krankenhausbereichen eingesetzt werden kann, in denen elektromagnetisch sensible Geräte keinen Einsatz von Funklösungen mit elektromagnetischen Emissionen zulassen. Diese Plattform wird mit einer Anbindung an das KIS und eine Navigationslösung (Smartphone-App) zusammengeführt, um eine durchgängige, mobile und genaue Positionsbestimmung zu ermöglichen. Mittels einer Testumgebung werden im Vorhaben aufsetzende Funktionalitäten zur Terminplanung, zum Auffinden von Geräten und zu weiterführenden Analysen (z.B. zur Auslastung von Geräten) praktisch evaluiert.
Innovationen und Perspektiven
Im Projekt kooperieren die Telocate GmbH (Lokalisierungslösung), die contagt GmbH (mobile intuitive Anwendung durch das Klinikpersonal) und die IT4process GmbH (Datenanalyse und KIS-Integration). Das Universitätsklinikum Aachen leistet Unterstützung zu Anforderungen klinischer Ablaufprozesse und zur Evaluation des Systems. Die assoziierte Uniklinik Freiburg stellt eine reale Praxisumgebung als Testszenario bereit. Die angestrebten Projektergebnisse bilden die Grundlage für ein System, das durch die drei beteiligten KMU als Serienprodukt für Krankenhäuser vertrieben werden soll. Zudem besitzen die Teilkomponenten, wie die Lokalisierungstechnologie, Potenzial für andere Anwendungsbereiche.