Motivation
Eine raumbezogene Standortanalyse bedeutet bisher vor allem langwierige Beratungsprozesse sowie die Beschaffung und Verarbeitung vielschichtiger Informationen. Die Konsequenz daraus sind langsame Entscheidungsprozesse, die zudem häufig nicht optimal und nicht plausibel belegt sind.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Vorhabens „GeoPortfolio“ ist es, ein intelligentes Analytik-Instrumentarium für die zeitnahe und interaktive Analyse zur Standortbewertung zu entwickeln. Dazu sollen multimodale Daten (Mobilitätsdaten, soziodemografische Daten und raumbezogene Standortdaten) über raumbezogene Metriken, insbesondere in Bezug auf Mobilität, Erreichbarkeit, Soziodemographie und Wettbewerb, grundlegend charakterisiert, strukturiert und bewertet werden. Der hochdimensionale Informationsraum, der durch die Zusammenführung der unterschiedlichen Daten entsteht, wird bezüglich Struktur, Clustern, Ausreißern und Mustern mit multivariaten Analysemethoden (Methoden mit drei oder mehr Variablen) untersucht. Durch den Einsatz von multivariaten Analysemethoden können beispielsweise bestehende Filialstandorte hinsichtlich der Erreichbarkeit von Zielgruppen durch die Messung von Passantenströmen oder der Wettbewerbssituation analysiert und bewertet werden. Aus diesen Ergebnissen lassen sich Prognosen hinsichtlich des Erweiterungspotenzials des Filialnetzes ableiten und Risiken auf Basis räumlicher Marktmodelle einschätzen. Durch den Einsatz von Technologien des Maschinellen Lernens (ML) zur Analyse von multimodalen Daten sollen die klassischen Methoden der Standortanalysen (Nutzwertanalyse oder Profilmethode) ersetzt werden.
Innovationen und Perspektiven
Das Analytik-Instrumentarium soll als Webdienst realisiert werden. Schwerpunktmäßig soll das Instrumentarium in der Standortplanung und -optimierung mit Unterstützung von assoziierten Partnern für drei konkrete Anwendungsfälle evaluiert werden. Die Anwendungsfälle sind die landesweite Versorgung mit medizinischen Einrichtungen sowie die Filiallisten im Bankwesen und in Immobilien-Portfolios. Perspektivisch soll das Instrumentarium auf weitere ausgewählte Branchen wie öffentliche Versorgungseinrichtungen, Lieferlogistik oder Stadt- und Regionalplanung ausgedehnt werden. Damit werden Planungs-, Beratungs-, Kommunikations- und Entscheidungsunterstützungen bei Standortfragen in Wirtschaft, Verwaltung oder Politik ermöglicht.