Motivation
Reinigungssysteme im industriellen Umfeld (z.B. für die Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetikin-dustrie) werden bisher mit CAD-Programmen auf Basis der Erfahrung des Konstrukteurs geplant. Unabhängig davon, ob es sich um Außenreinigung (z.B. Waschstraße Brauerei) oder Innenreinigung (z.B. große Nahrungsmittelbehälter) handelt, positioniert der Planer Reinigungsdüsen in seinem Planungsprogramm aufgrund von Erfahrungswerten. Vor jeder Inbetriebnahme unverzichtbar ist ein Praxistest zur Justierung der Düsen. Dabei werden sowohl die Positionierung, Anzahl als auch die Düsenart und -Druck geprüft. Dieser Prozess verschlingt Zeit, erzeugt Kosten und verbraucht zudem die Ressource Wasser.
Ziele und Vorgehen
Das Forschungsvorhaben SIMKOR zielt auf die Entwicklung einer Simulation komplexer Spritzreinigungssysteme auf Basis eines Softwareprogrammes ab. Neben dem Softwaresystem (Rahmen, Benutzeroberfläche, Schnittstellen zu den CAD-Programmen usw.) wird ein Simulationskern für die Simulation des Reinigungsvorganges entwickelt. Zum Abgleich mit dem Simulationsmodell der Software werden Messdatenergebnisse beigesteuert.
Innovationen und Perspektiven
Die Nachfrage nach einem geeigneten Auslegungs- und Optimierungswerkzeug für solche Anwendungen ist groß. Aus diesem Grund können bei erfolgreichem Abschluss des Projekts und breitflächig industriellem Einsatz allein in der deutschen Lebensmittelindustrie Einsparungen von 10 Mio. m³ an Frisch- und Abwasser pro Jahr realistisch in Aussicht gestellt werden. Darüber hinaus ist der Einsatz – bei Weiterentwicklung der Software nach Beendigung des Forschungsvorhabens – in praktisch jedem Einsatzgebiet denkbar, in dem Bauteile gereinigt werden müssen.