Motivation
Softwareanforderungen und Spezifikationen sind essentielle Bestandteile des System- und Softwareentwicklungsprozesses. Fehler in diesen frühen Phasen der Entwicklung können gravierende und kostspielige Folgen haben. Daher ist eine korrekte, nachvollziehbare Ermittlung der Anforderungen sehr wichtig für die anschließende Spezifikation eines Systems. Dennoch ist es in vielen Softwareentwicklungsprozessen immer noch üblich, die Anforderungen individuell zu erheben. Damit ist eine strukturierte Dokumentation als Voraussetzung für eine automatische Überprüfung erschwert. Daher kann eine gleichbleibend hohe Qualität nur mit großen manuellen und damit zeitintensiven Aufwänden erreicht werden.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Vorhabens IETS3 ist es, eine integrierte Spezifikationsumgebung („Integrated Specification Environment“ – ISE) zu entwickeln. Mit dieser können Anforderungen effektiv ermittelt und effizient geprüft werden. Die weitere Umsetzung der Anforderungen in Spezifikationen wird ebenfalls erleichtert. Dabei wird auf bewährte Konzepte von modernen Entwicklungsumgebungen wie Auflösung von Referenzen, Autovervollständigung oder Restrukturierung zurückgegriffen. Kernpunkt der Entwicklung ist, nicht-formale, semiformale und formale Beschreibungssprachen zu kombinieren und in einem Werkzeug zu integrieren. Mit IETS3 soll die Kommunikation und das Verständnis zwischen Auftraggeber und Softwareentwicklung deutlich verbessert werden.
Innovationen und Perspektiven
Im Projekt werden verschiedene Domänen – unter anderem Avionik – bezüglich der dort zum Einsatz kommenden Spezifikationssprachen analysiert. Dabei kommen neue Techniken des „Language Engineering“ zum Einsatz. Mit diesen werden Sprachen, Analysen und Werkzeugsupport implementiert und so gestaltet, dass sie erweiterbar und anpassbar sind. Zusammen mit assoziierten Industriepartnern wird die entwickelte integrierte Spezifikationsumgebung an realistischen Fällen evaluiert. Im Fokus des Vorhabens steht der Softwareentwicklungsprozess von sicherheitskritischen technischen Systemen. Damit werden für die spätere Verwertung vor allem Domänen wie Automotive oder Luftfahrt adressiert.