Motivation
Die Computertomographie (CT) wird, neben ihrer Verwendung in der medizinischen Diagnostik, seit einiger Zeit auch verstärkt für Materialuntersuchungen im industriellen Umfeld eingesetzt. Um sicherzustellen, dass die dabei ermittelten Messwerte korrekt sind, ist es wichtig, CT-Anlagen messtechnisch geeignet zu überwachen. Die aktuell genutzten Überwachungsverfahren sind aber meist nicht hinreichend auf die durchgeführten Messaufgaben abgestimmt. Ziel des Projekts CT-ÜW ist daher die Entwicklung und Implementierung einer aufgabenspezifischen Überwachung für industrielle CT-Messungen. Diese verbesserte Überwachung soll in der Lage sein, Informationen aus Stichprobenmessungen realer Werkstücke zu verwenden. Damit soll eine fundierte Überwachung auch für solche Messaufgaben ermöglicht werden, für die keine kalibrierten Prüfkörper existieren.
Ziele und Vorgehen
In einer Trainingsphase werden dazu aus den CT-Datensätzen der Stichprobe die typischen Verteilungen von realen Messergebnissen sowie von speziellen aufgabenspezifischen Kenngrößen extrahiert. Dies können z.B. Verteilungen von lokalen Formabweichungen, von Porositätswerten, von Grauwerten im durchstrahlten Festkörper oder Qualitätsmaße sein. Aus den so beobachteten Verteilungen werden dann in einem zweiten Schritt relevante Kenngrößen berechnet, z.B. Mittelwerte, Varianzen oder Maße, welche die Verteilung geeignet beschreiben.
Innovationen und Perspektiven
Die Überwachung erfolgt schließlich, indem die Messergebnisse und die aufgabenspezifischen Kenngrößen durchgängig während des normalen Anlagenbetriebs bestimmt und mit den gespeicherten abgeleiteten Kenngrößen verglichen werden. Durch eine derart verbesserte Überwachung industrieller CT-Messungen können Fehlerzustände frühzeitiger als bisher erkannt und damit hohe Folgekosten durch Fehlmessungen und die Produktion fehlerhafter Werkstücke effektiver vermieden werden. Die Projektergebnisse sollen in die Softwareprodukte der Volume Graphics GmbH einfließen und von Industriepartnern evaluiert werden.