Motivation
Um die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Software-Anwendungen effizienter zu machen, wurden speziell in den 1970er und 80er Jahren Lösungen zur Automation durch makrobasierte Generierung von COBOL- und PL/I-Anwendungen entwickelt. Mit diesen Techniken und Werkzeugen wurden sehr große und komplexe Anwendungen implementiert, oft mit vielen Varianten. COBOL und PL/I gelten heute nicht mehr als adäquate Sprachen für die Entwicklung moderner Software-Anwendungen. Viele, mit makrobasierten Generatorsystemen erzeugte und meist unternehmensspezifische Anwendungen sind jedoch weltweit noch immer produktiv im Einsatz. Diese über Jahrzehnte gewachsenen Anwendungen müssen permanent erweitert und angepasst werden, um neuen Geschäftsanforderungen gerecht zu werden. Eine besondere Herausforderung ist die Integration neuer Technologien. Die Modernisierung der Generatorsysteme und der damit erzeugten Anwendungen wird als Schutz der bereits getätigten umfangreichen Investitionen gesehen. Die dazu notwendigen Informationen und Dokumentationen der Altsysteme sind allerdings nicht mehr vorhanden oder nur unzureichend vorhanden.
Ziele und Vorgehen
Im Rahmen des Projektes AmAVaG soll eine Lösung entwickelt werden, um die Architektur makrobasierter Generatorsysteme automatisiert zu analysieren, zu repräsentieren und in generative Domänenmodelle zu überführen. Zunächst werden makrobasierte Generatortechniken evaluiert.
Innovationen und Perspektiven
Unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands im Bereich des Reverse Engineering von Softwaresystemen soll dann der Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Lösung erstellt werden. Hiervon soll der konzeptionelle Lösungsansatz abgeleitet und ein Software-Demonstrator prototypisch implementiert werden. Die automatische Analyse ermöglicht auch den KMU, mit Angeboten großer IT-Dienstleister zu konkurrieren. Die Leistungsfähigkeit und Praxistauglichkeit der Ergebnisse wird durch ausgewählte Anwendungsfälle verifiziert.