Motivation
Gut lesen zu können, ist essenziell. Ohne die Fähigkeit zu lesen kann ein Mensch nur eingeschränkt am kulturellen, beruflichen und sozialen Leben teilhaben. Die Lesefähigkeiten vieler Kinder sind jedoch ungenügend – durch geschlossene Schulen während der COVID-19-Pandemie hat sich diese Situation noch einmal verschärft. Um auf individuelle Probleme eingehen zu können, müssen Lehrerinnen und Lehrer die Vorlesefähigkeiten von Kindern regelmäßig überprüfen. Es gibt dazu papierbasierte Lesetests, die jedoch sehr aufwändig sind. Daher führen Lehrkräfte die individuellen Tests nur selten durch. Individuelle Probleme von Kindern werden so möglicherweise erst spät oder gar nicht erkannt.
Ziele und Vorgehen
Mit dem Vorhaben LeseKind sollen individuelle Lesetests einfacher und häufiger durchführbar werden. Dazu soll eine Software entwickelt werden, die die Vorleseleistung eines Kindes automatisiert erhebt. Lehrerinnen und Lehrer sollen von der Software eine differenzierte Rückmeldung zur Vorleseleistung der Schülerinnen und Schüler erhalten. Zusätzlich sollen die Kinder durch bestärkendes Feedback zum weiteren Üben motiviert werden.
Innovationen und Perspektiven
Da sich kindliche Sprache von der Sprache Erwachsener unterscheidet, werden neue Technologien auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, die kindliche Sprache korrekt verstehen. Besonderheiten wie Dialekte oder Sprachfehler von Kindern werden dabei berücksichtigt. Ziel ist, dass die Software die Vorleseleistung von Kindern bewertet. Sie gibt also beispielsweise an, wie flüssig und schnell ein Kind vorliest. Die Ergebnisse von LeseKind sollen nach Projektende weiterentwickelt und in eine bestehende App des Unternehmens eKidz integriert werden. Neben einem Einsatz in Schulen soll die App mit den neuen Technologien auch bei der schul- und lesebezogenen Forschung unterstützen.