Motivation
Eine große Herausforderung für die digitale Diagnostik im Gesundheitsbereich ist die Trägheit bei der Validierung moderner Testverfahren. Neue und verbesserte Behandlungen in der psychometrischen Diagnostik, wie beispielsweise der Depressionsdiagnose, werden dadurch massiv gehemmt. Dennoch werden weiterhin veraltete Paper-Pencil-Tests eingesetzt, anstatt Zustandsdaten von Smart Devices zu nutzen, etwa Schlaf-, Aktivitäts- und Geodaten oder Selbsteinschätzungen. Zudem erschwert die fehlende technische Expertise der Fachautorinnen und -autoren die Möglichkeit, neue Validierungen mit den neuesten Technologien und Datenquellen zu kombinieren.
Ziele und Vorgehen
Mit VuLCAn sollen Fachautorinnen und -autoren ohne Programmierkenntnisse befähigt werden, ihr domänenspezifisches Expertenwissen in digitale Assessments zu überführen. Mithilfe eines Low-Code-Ansatzes soll der Prozess der Erstellung und Validierung von Testverfahren vereinfacht und beschleunigt werden. Auch bisher ungenutzte Gesundheitsdaten von Smart Devices sollen einbezogen werden. Es werden drei Implementierungsarbeiten durchgeführt: Zunächst wird eine cloudbasierte Validierungsplattform entwickelt, zum Zweiten ein Low-Code-Autorentool erstellt und schließlich ein generisches Interface mit prototypischer Anbindung von Internet-of-Things-(IoT)-Devices bzw. -Services eingerichtet. Das Projekt verfolgt dabei einen Design-Science-Research-(DSR)-Ansatz, also einen gestaltungsorientierten und partizipativen Ansatz, bei dem die Anwendungsgruppen einbezogen werden. Der gesamte Entwicklungsprozess wird iterativ durchgeführt und ethisch, datenschutzrechtlich sowie akzeptanzorientiert begleitet (kurz ELSI).
Innovationen und Perspektiven
VuLCAn bietet eine innovative digitale Lösung, um valide psychometrische Assessments effizient und ohne Programmierkenntnisse zu erstellen. Mittels IoT-Devices soll zudem ein bisher unzugänglicher Datenraum erschlossen werden. Dies hat das Potenzial, die Validierung von Testverfahren schneller zu digitalisieren und gleichzeitig die Kosten im medizinischen Bereich zu senken. Die Stärkung digitaler und telemedizinischer Angebote soll zudem die Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, verbessern.