Motivation
Medizinisch-pflegerische Versorgung kann nicht ohne hochqualitative Medizinprodukte, insbesondere der Endoprothetik, wie Hüft-, Knie- und Schulterimplantaten, durchgeführt werden, wenn die Patientensicherheit gewährleistet sein soll. Der Zwang der Krankenhäuser, wirtschaftlich und sparsam zu handeln, führt aber nicht selten dazu, dass weniger Qualitätskriterien, sondern vorwiegend Kostenerwägungen im Vordergrund einer Einkaufsentscheidung stehen, sodass Patientinnen und Patienten nicht immer das für sie auf lange Sicht sicherste und beste Produkt erhalten.
Ziele und Vorgehen
Das Verbundvorhaben AIPOQUE hat das Ziel, dem Einkauf in Kliniken verlässliche Prognosen an die Hand zu geben, welche Endoprothesen sich für welche Betroffenen am besten eignen. Mit dieser Entscheidungshilfe soll den Patientinnen und Patienten die Behandlung mit qualitativ hochwertigen Medizinprodukten ermöglicht werden. Gleichzeitig wird das Krankenhaus in die Lage versetzt, kosteneffizient zu arbeiten. Im Zuge des Vorhabens wird zunächst eine umfangreiche Datenbasis erstellt und laufend aktualisiert. Anhand dieser werden dann Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) entwickelt und trainiert. Als Ergebnis soll eine grafische Benutzeroberfläche entstehen, welche die Erkenntnisse detailliert, aber übersichtlich für den Einkauf zusammenfasst. Die Vorschläge der KI-Assistenz werden dabei auch durch medizinische Gremien unterstützt, sodass ethische Aspekte stets den Vorrang haben.
Innovationen und Perspektiven
Die Ergebnisse dieses Vorhabens können als Blaupause für den gesamten deutschen Krankenhausmarkt mit 1900 Häusern genutzt werden. Im Zuge der Digitalisierung der Krankenhäuser durch die Maßnahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes könnten die Häuser in die Lage versetzt werden, von Einsparungen zu profitieren, gleichzeitig aber medizinische Produkte passgenauer für die Patientinnen und Patienten einzusetzen sowie aufwendige und teure Komplikationen zu vermeiden.