Motivation
Die unternehmensübergreifende Automatisierung von Prozessen bringt große Veränderungen in der IT-Landschaft eines Unternehmens mit sich. Die Angst, Fehler zu machen oder gar zu versagen, kann zu stressbedingten Ausfällen der Mitarbeiter führen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zögern daher oft aus Kostengründen und den damit verbundenen kalkulatorischen Risiken, ihre Arbeitsabläufe zu digitalisieren. Helfen kann dabei eine schrittweise Digitalisierung von Unternehmensprozessen unter Einbeziehung aller Beteiligten mit überprüfbaren Teilerfolgen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Projekts Titan ist es, einen Weg für die schrittweise Integration und Automatisierung vorhandener Systeme zu ermöglichen. Dabei soll ein Open-Source-Lizenzmodell zur Umsetzung der Digitalisierung im Unternehmen helfen, unabhängig von kommerziellen Software- und Systemanbietern zu bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, soll im Rahmen des Projekts eine Softwareplattform zur Integration von Entwicklungswerkzeugen und operativen Technologien, die bislang nur bei Produktions- und Industrieanlagen genutzt wurden, prototypisch entwickelt werden. Durch die Kombination mit „Industrial DevOps“-Methoden – einem Prozessverbesserungsansatz aus den Bereichen der Softwareentwicklung und Systemadministration – sollen die komplexen Aufgaben einer iterativen Systemintegration im industriellen Umfeld erheblich vereinfacht werden. Mit „Industrial DevOps“-Methoden können die Qualität der Software, die Geschwindigkeit der Entwicklung und der Auslieferung sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Teams verbessert werden. Die Anforderungen der Industrie bezüglich Ausfallsicherheit, Datensicherheit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Anwendbarkeit sollen durch eine neue Softwarearchitektur für verteilte Systeme sowie ein eigens dafür zu entwickelndes grafisches Bedienkonzept erfüllt werden. Als Ergebnis des Projekts wird ein qualitativ hochwertiges, fehlertolerantes, verteiltes System angestrebt, das leicht zu bedienen und zu betreiben ist. Gemeinsam mit den assoziierten Partnern IBAK Helmut Hunger GmbH & Co. KG und Kieler Zeitung GmbH & Co. Offsetdruck soll der Prototyp hinsichtlich seiner Anwendbarkeit für die iterative Systemintegration in einem produktiven Feldversuch getestet und evaluiert werden.
Innovationen und Perspektiven
Die im Rahmen des Projekts entstandene flexible und offene Lösung kann den Anwendern bei der unternehmensweiten Automatisierung von Prozessen maximale Autonomie bieten. Das Projekt ermöglicht potenziellen Anwendern, sowohl Risiken als auch Kosten bei der unternehmensweiten Automatisierung ihrer Prozesse zu reduzieren und deren Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu stärken. Somit leistet das Projekt einen Beitrag zur Digitalisierung von Unternehmensprozessen in KMU und zur Stärkung der Innovationsfähigkeit dieser Unternehmen in Deutschland.