Motivation
In den letzten Jahren wurden große Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz, insbesondere bei Machine Learning-Verfahren, erzielt. Eine aktuelle Herausforderung besteht darin, Anwendungsfelder für diese Methoden zu erschließen. Hierzu zählt auch die Anwendung in betriebswirtschaftlichen Prozessen. Neben Fortschritten in der mathematischen und informatischen Methodenforschung zu Zeitreihenanalysen, Auffälligkeitsdetektion und Erklärbarkeit, spielen auch betriebswirtschaftliche Forschungsfragen zu Prognose, Prüfung (Auffälligkeitsdetektion) und Zuordnung (Clustering) eine Rolle. Charakteristisch für den betriebswirtschaftlichen Kontext ist auch die Frage, wie Erkenntnisse aus Analysen zu den handelnden Personen kommuniziert werden. Diesen Aspekten wird sich die Forschungsgruppe am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM im Vorhaben EP-KI widmen.
Ziele und Vorgehen
Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen wie Betriebswirtschaftslehre, Kommunikationswissenschaft, Mathematik oder Informatik arbeiten gemeinsam an der Qualität von Analysen und Prognosen, die aus vorliegenden Daten gewonnen werden können. Assoziierte Partner aus Wirtschaft und Verwaltung stellen Daten zur Verfügung und sind an der Ergebnisverwertung sehr interessiert. Die Analyse- und Prognose-Systeme werden so gestaltet, dass sie erklärende Komponenten besitzen. Es wird also nicht nur z.B. ein Ergebnis berechnet, sondern vielmehr durch Kommunikationswissenschaftlerinnen und Kommunikationswissenschaftler erforscht, wie die Verständlichkeit der eingesetzten KI-Verfahren für die Anwender gesteigert werden kann.
Innovationen und Perspektiven
Die Kommunikationswissenschaften bilden somit eine Brücke, die Akzeptanz, Verständlichkeit und ggf. Nachvollziehbarkeit der KI-Verfahren und deren Ergebnisse in der Domäne Betriebswirtschaft zu erhöhen. Gemäß der Förderrichtlinie wird die Forschungsgruppe nicht nur von einer Wissenschaftlerin geleitet, sondern es wird auch ein hoher Frauenanteil in der Zusammensetzung der Gruppe angestrebt. Verbindungen zu Mentoring-Aktivitäten der Universität Kaiserslautern und der Fraunhofer-Gesellschaft helfen jungen Wissenschaftlerinnen in der Forschungsgruppe ein karriereförderndes Umfeld vorzufinden.