Motivation
Die Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einer der Kerntechnologien industrieller Anwendungen sowie zu einem wesentlichen integralen Bestandteil unseres täglichen Lebens. Jedoch hängt die Entwicklung und Bereitstellung von KI-Lösungen wesentlich von der vorhandenen KI-Expertise ab. Auch um das domänenspezifische Wissen der Endanwendung zu nutzen, bedarf es meistens der Mithilfe von KI-Expertinnen und -Experten. Die Möglichkeit seitens der Anwenderinnen und Anwender, das System vor und nach seiner Einführung entsprechend den Domänenanforderungen mitzugestalten, sind folglich oft nur sehr begrenzt.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Projekts „IKIDA“ ist es, KI-Algorithmen durch direkte Interaktion mit Anwenderinnen und Anwendern anzupassen und zu optimieren. Dadurch kann die Anwendung von KI-Lösungen erleichtert und ihre Nachhaltigkeit sowie Akzeptanz gestärkt werden. Im vorliegenden Vorhaben sollen probabilistische KI-Algorithmen zum interaktiven maschinellen Lernen entwickelt werden. Probabilistische Algorithmen sind Algorithmen, die versuchen, durch die Wahl von zufälligen Zwischenergebnissen zu einem näherungsweise korrekten Ergebnis zu gelangen. Damit wird das menschliche Domänenwissen mit den Stärken der Künstlichen Intelligenz verbunden und die Mensch-KI-Interaktion durch algorithmisches Design ermöglicht. Dabei sollen explizit kognitive Modelle zur Mensch-KI-Interaktion in die algorithmische Entwicklung integriert werden. Die in „IKIDA“ zu erforschenden interaktiven KI-Algorithmen können so zukünftig die Alltags- und Industrieanwendungen erweitern, etwa Robotern neue bzw. personalisierte Fertigkeiten beizubringen. Darüber hinaus werden die KI-Systeme in Anwendungen zur automatisierten Datenanalyse und -klassifikation durch die Interaktion mit Domänenexperten weiterentwickelt. Die im Projekt entwickelten interaktiven KI-Algorithmen für Fertigkeitslernen und für die automatisierte Datenauswertung und -klassifikation sollen in den Anwendungsbereichen der assoziierten Partnern Energy Robotics GmbH (Darmstadt), Franka Emika GmbH (München) und Porsche Motorsport (Weissach) eingesetzt und evaluiert werden.
Innovationen und Perspektiven
Gemäß der Förderrichtlinie wird das „IKIDA“ von einer Forschungsgruppe bearbeitet, die überwiegend aus Wissenschaftlerinnen besteht. Die Leiterin der Forschungsgruppe bringt eine große Expertise im Bereich KI und in dem interdisziplinären Forschungsgebiet Mensch-Roboter-Interaktion in das Projekt mit ein. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Lernen von Demonstrationen, Reinforcement Learning, Mensch-Roboter-Interaktion unter Unsicherheiten, Intentionsvorhersage und Menschzentriertem Lernen sowie Online Inkrementellem Lernen und Mixture Modellen.