Motivation
Die Bereitstellung von Leercontainern am jeweiligen Verladeort ist ein entscheidender Baustein globaler Lieferketten. Allein die jährlichen Transportkosten, die hiermit einhergehen, liegen nach aktuellen Schätzungen im Bereich von 20 Mrd. US$. Vor diesem Hintergrund unternehmen Container-Reedereien bereits heute große Anstrengungen, um Leercontainertransporte regional und überregional möglichst zu reduzieren. Gelingt in Zukunft durch den Einsatz innovativer Prognoseverfahren eine zuverlässige Vorhersage von Angebot und Nachfrage nach Leercontainern je Region, verbessert dies die Planungs- und Entscheidungsgrundlage für alle beteiligten Akteure erheblich. Damit lassen sich Leercontainertransporte auf ein aus wirtschaftlicher und umweltpolitischer Sicht wünschenswertes Minimum verringern. Genau dies zu erreichen, ist das Ziel des Forschungsvorhabens C-TIMING.
Ziele und Vorgehen
Auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aus dem Bereich Künstliche Intelligenz wollen die beiden Projektpartner Container xChange – ein Logistikmarktplatz zur Vermittlung von Seetransportcontainern – und Fraunhofer Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML die regionale und überregionale Verfügbarkeit von Leercontainern in Form eines Container Availability Index vorhersagen. Konkret bedeutet dies, dass mit KI-Methoden automatisiert kontextbezogene Informationen aufbereitet werden und in Form eines Modells als Entscheidungsunterstützung bereitgestellt werden. Im Vorhaben wird das Modell als sogenanntes „Supervised learning”-Problem formuliert werden, welches als Zielgrößen Containernachfrage und Bestände pro Location weltweit vorhersagt. Relevante Daten, die für das Training des Modells berücksichtigt werden, liegen beim Indutriepartner vor.
Innovationen und Perspektiven
Durch die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der maritimen Logistik entsteht mit dem Container Availability Index eine Informationsgrundlage, die deutsche Logistikunternehmen, Speditionen und Reedereien bei der effizienten und nachhaltigen Planung und Steuerung von Containertransporten unterstützten kann. Da es gegenwärtig keine mit C-TIMING vergleichbaren Lösungen gibt, hat das Projekt das Potenzial, die Entwicklung innovativer, datenbasierter Logistikservices „Made in Germany“ zu forcieren und damit den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb um die neuen Wertschöpfungspotenziale der Digitalisierung zu stärken.