Motivation
Die Klimakrise und ihre Folgen haben bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern zu einem Umdenken in ihrem Konsumverhalten geführt. Verunsichert werden sie dabei aber durch Berichte über sogenanntes Greenwashing oder Climate-Washing, also die besonders hervorgehobene Vermarktung vermeintlich nachhaltiger, ökologischer oder fairer Unternehmensentscheidungen, während die ökologische Gesamtbilanz des Produkts oder der Dienstleistung weiterhin nicht klimafreundlich bleibt.
Ziele und Vorgehen
Um die Klimaneutralität von Unternehmen bewerten zu können, sind möglichst kontinuierlich Unmengen von Textdokumenten zu recherchieren, zu analysieren und zu bewerten. Um Analysten dabei durch Künstliche Intelligenz zu unterstützen, sollen in NetZeroNet wissenschaftliche und technologische Grundlagen geschaffen werden. Mit aktuellen Verfahren der Textmodellierung sollen die zunehmenden Informationsmengen, unter anderem aus Firmenberichten, erschlossen und ein Wissensmodell aufgebaut werden, welches erstmalig auch indirekte Emissionen aus Wertschöpfungsketten, beispielsweise aus der Zulieferkette, ganzheitlich und branchenspezifisch erfasst. Dabei sollen zwei KI-Kernkomponenten agil erarbeitet werden: eine Informationsextraktion, die bewertungsrelevante Fakten in Firmenberichten detektiert, und eine sogenannte Knowledge Graph Completion, die diese Fakten nach ihrer Relevanz priorisiert und den Analysten vorschlägt. So können Analyst und KI interaktiv die Wissensbasis aufbauen.
Innovationen und Perspektiven
NetZeroNet soll die technologische Basis für das weltweit erste Datenprodukt für nachhaltiges Investment schaffen, das KI-gestützt skaliert und einen spezifischen Fokus auf Klimaneutralität bietet. So unterstützt das Projekt unter anderem dabei, Greenwashing zu bekämpfen und Finanzströme in nachhaltige Investitionen umzuleiten.