Motivation
Zukünftige Mobilität wird elektrifiziert, automatisiert und hochgradig vernetzt sein. Beispielsweise wird erwartet, dass 2030 bis zu 37% der gefahrenen Kilometer mit autonomen Fahrzeugen zurückgelegt werden. Um den Rechenbedarf für autonomes Fahren bereitzustellen, wird ein Teil der derzeitig bis zu 80 Steuergeräte durch einige wenige leistungsstarke Zentralrechner ersetzt werden. Dies hat zur Folge, dass die Entwicklung zukünftiger Automobilsysteme einem radikalen Wandel unterzogen wird. Die gesteigerte Rechenleistung, gepaart mit der für autonomes Fahren notwendigen und auf wenigen Rechnern integrierten Funktionsvielfalt, erhöht die Komplexität der Entwicklung deutlich. Dabei werden künftig mehr und mehr verschiedene Akteure aus der Automobilindustrie enger zusammenarbeiten müssen.
Ziele und Vorgehen
Das Projekt PANORAMA hat daher das Ziel, neuartige modellbasierte Methoden, Prozesse und Werkzeuge zu entwickeln und als offenes Ökosystem bereitzustellen, um die Entwicklung dieser komplexen Systeme auch mit vielen, unterschiedlichen Partnern effizient zu gestalten. Auf diese Weise ermöglicht das Vorhaben den etablierten Akteuren, sich in einem schnell wachsenden Markt zu behaupten und bietet auch neuen Partnern (z.B. Beratern oder Softwarewerkzeuganbietern) die Möglichkeit, sich in den Mobilitätsdomänen zu etablieren. Ein wesentlicher Beitrag ist dabei die modellbasierte ganzheitliche Evaluierung von Entwurfsentscheidungen über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg, immer mit dem Ziel Kosten, Risiko und Entwicklungszeit zu reduzieren sowie die Produktqualität zu erhöhen.
Innovationen und Perspektiven
Die Bereitstellung der Ergebnisse als offenes und frei verfügbares Ökosystem ist ein wesentlicher Aspekt der Schaffung eines De-facto-Standards, um effiziente Zusammenarbeit in den Mobilitätsdomänen zu ermöglichen. Das deutsche Konsortium setzt sich aus 10 renommierten Partnern aus den Bereichen Automobilzulieferer, Softwarewerkzeughersteller sowie der Forschung zusammen, die umfangreiche Fachkompetenz auf den jeweiligen für das Vorhaben relevanten Gebieten mitbringen. Neben der europäischen Zusammenarbeit soll das Projekt durch mehrere Fahrzeughersteller im Rahmen eines externen industriellen Beirates (EIB) unterstützt werden, z.B. durch Beratung zu relevanten Anwendungsfällen und Validierung der Vorhabenergebnisse. Die Einbeziehung des EIB ist auch ein wichtiger Beitrag zur Etablierung eines De-facto-Standards für die Automobilindustrie und andere Domänen.