Motivation
Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie die wachsende Zahl an neuen Assistenzfunktionen bis hin zum hochautomatisierten Fahren stellen die Automobilindustrie vor neue Herausforderungen. Durch die Vielzahl an Fahrzeugvarianten und die schnell wachsende Anzahl der Funktionen steigt die Komplexität der Software extrem an. Die aktuellen Entwicklungsmethoden für Regel- und Diagnosefunktionen sind für die zukünftigen Anforderungen bezüglich des Aufwandes für Entwicklung, Absicherung, Applikation und Wartung kaum ausreichend. Das Hauptziel des Projekts EMPHYSIS ist es daher, die Steuergerätesoftware von Automobilen zu verbessern und gleichzeitig die Kosten und den Entwicklungsaufwand für die Erstellung der Software – trotz steigender Komplexität – zu reduzieren. Dies wird dadurch erreicht, dass Modelle, welche das physikalische Verhalten des Fahrzeugs berechenbar machen, mit Hilfe eines im Projekt zu entwickelnden „eFMI“ Standards automatisiert auf einem Steuergerät verwendet werden können. Hierdurch kann das Verhalten eines Automobils vorausberechnet und in der Steuerungssoftware gezielt genutzt werden, um zum Beispiel nicht direkt messbare Größen zu bestimmen bzw. Sensoren einzusparen oder um vorausschauende optimale Regelstrategien anzuwenden. Auf diese Weise wird eine signifikant bessere Performanz zukünftiger Automobile möglich sein.
Ziele und Vorgehen
Das deutsche Projektkonsortium besteht aus acht renommierten Partnern aus den Bereichen Automobilzulieferung, Werkzeuganbieter und Forschung, die in den für das Vorhaben relevanten Gebieten auf breite Erfahrungen zurückgreifen können. Mehrere deutsche Fahrzeughersteller wie Audi, BMW und Volkswagen haben starkes Interesse bekundet, nach Projektstart in einem Industrial Advisory Board mitzuwirken, um Anforderungen und Beispielanwendungen zu entwickeln sowie durch die enge Integration direkt und frühzeitig die Ergebnisse des Projekts nutzen zu können.
Innovationen und Perspektiven
Die Ergebnisse des Projektes werden es der deutschen Automobilindustrie ermöglichen, Differenzierungsmerkmale bezüglich der Software zu realisieren und durch eine maßgeblich erhöhte Produktivität in der Funktionsentwicklung die sich bietenden Marktchancen in rentables Wachstum zu überführen. Die Anbieter von Modellierungs- und Simulationswerkzeugen erhalten durch diese nunmehr durchgängig geschlossene Wertschöpfungskette neue Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte.