Motivation
Die Auswahl eines geeigneten Materials oder einer passenden Materialmischung ist für die Qualität und Funktionalität eines Produktes von großer Bedeutung. Dabei spielt die detaillierte Berücksichtigung der Materialhistorie eine wichtige Rolle. Für eine ganzheitliche Optimierung müssen die spezifischen Materialeigenschaften, die dazu passenden Herstellprozesse und das Produktdesign so aufeinander abgestimmt werden, dass alle Zielkriterien des Produktes und gleichzeitig eine möglichst effiziente Fertigung erreicht werden können. Ein zentrales Problem für solch eine angestrebte ganzheitliche Optimierung von Produkten und Prozessen ist die fehlende Standardisierung von Softwareschnittstellen zur Übertragung von Materialinformationen zwischen den einzelnen Werkzeugen der virtuellen Entwurfsumgebungen. Für den Prozess- und Entwurfsingenieur in der Industrie bedeutet das bisher, dass die Integration von Simulationswerkzeugen verschiedener Hersteller in einer komplexen Simulationsprozesskette meist mit sehr viel zusätzlicher Schnittstellen- und Anpassungsarbeit verbunden ist.
Ziele und Vorgehen
Das zentrale Ziel des Projektes VMAP ist es, die bisher in Bezug auf Materialparameter zueinander inkompatiblen Simulationswerkzeuge so zu erweitern, dass ein Datenaustausch der relevanten physikalischen Materialgrößen vereinfacht wird. Dabei strebt das Projekt VMAP eine offene Standardisierung dieser Materialschnittstellen an. Dieser Schnittstellenstandard soll auch von anderen, nicht am Projekt beteiligten Softwareanbietern, genutzt werden können. Eine durchgängige Materialmodellierung über alle Schritte der Herstellungs- bis hin zur Produktsimulation würde der produzierenden Industrie deutlich mehr Möglichkeiten bieten, neue Materialien und Materialmischungen in einem komplexen Produkt zu verwenden.
Innovationen und Perspektiven
Die im Projekt angestrebte durchgängige Materialmodellierung und Schnittstellenstandardisierung wird der Industrie helfen, bessere Produkte in kürzerer Zeit und mit effizienteren Herstellungsverfahren zu produzieren. Zudem kann die Standardisierung den Softwareentwickler und -anbieter bei der Realisierung von neuen Materialmodellen unterstützen, um sie anschließend auch leichter in ganzheitliche Simulationsabläufe und -umgebungen integrieren zu können.