Motivation
Industrie 4.0 (I4.0) ist aktuell eines der beherrschenden Themen in der Forschung. Trotzdem schaffen es Ideen, Anwendungsfälle und vor allem das Know-how aus den Forschungsinstituten oft nicht in die industrielle Praxis. Ursache ist die noch immer zu gering ausgeprägte Verzahnung zwischen Forschung und Praxis. Aber gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben das Potenzial, schnell auf technische Entwicklungen und Marktveränderungen reagieren zu können. Sie sind vielfach in der Lage Forschungsergebnisse schneller in neue Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen umzusetzen als Großunternehmen. Daher zielt die „I4.0 Begleitforschung zur Mobilisierung kleiner und mittlerer Unternehmen“ darauf ab, KMU mit forschungsnahen I4.0-Testumgebungen zusammenzubringen. Durch die Erprobung innovativer Industrie 4.0-Komponenten in der geeigneten Testumgebung, werden die kleinen und mittleren Unternehmen bei der Entwicklung neuer digitaler Produkte, sowie bei der Anpassung an digitalisierte Prozesse und damit zusammenhängender vernetzter Geschäftsmodelle unterstützt. Gleichzeitig können die I4.0-Testumgebungen ihre Dienstleistungen an die Anforderungen aus der klein- und mittelständischen Industrie anpassen. Dadurch kann eine intensive Verzahnung von Forschungs- und Produktionsstrategien und ein nachhaltiger Wissenstransfer geschaffen werden.
Ziele und Vorgehen
Im Rahmen dieser Begleitforschung werden jährlich circa 60 bis 80 sogenannte „I4.0 KMU Projekte“ in der Vorbereitung, in der Durchführung und in der Auswertung begleitet. Operativ wird dies durch die einzurichtende Informationsstelle „I4KMU“ umgesetzt. KMU können sich dorthin wenden mit Projektideen zu I4.0 oder um sich über Projektfördermöglichkeiten und geeignete Testumgebungen zu I4.0 zu informieren. Die Ergebnisse der Begleitforschung sind die weiterentwickelten Anwendungsfälle, Umsetzungsbeispiele und Handlungsempfehlungen der Plattform Industrie 4.0 für Industrie, Forschung und Politik.
Innovationen und Perspektiven
Die Begleitforschung wird einen wichtigen Beitrag zur Information und Unterstützung des Mittelstands leisten, um so die Chancen und das Potenzial von Industrie 4.0 in Deutschland zu heben. Durch den Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen erhalten auch Unternehmen Zugang zu Testumgebungen wie Pilotanlagen und Demonstrationsfabriken, die über keine umfangreiche interne Forschungs- und Entwicklungs-Infrastruktur verfügen. Das Innovationspotenzial des Mittelstands in Deutschland kann dadurch effektiv genutzt werden. Zudem werden die Ergebnisse der I4.0-Projekte eine Multiplikator-Funktion darstellen für weitere Aktivitäten zur Digitalisierung im Sinne von Industrie 4.0. Die Informationsstelle „I4KMU“, wird einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass Industrie 4.0 für ein breites, branchenübergreifendes Spektrum unterschiedlicher Anbieter und Anwender attraktiv wird.