Motivation
Ungefähr die Hälfte der Waldflächen in Deutschland befinden sich in Privatbesitz, ein Großteil davon im Besitz der 2 Mio. körperschaftlichen und privaten Waldeigentümer. Die Prozesse zur Pflege und zum Management solcher Wälder sowie die Vermarktung der Holzvorräte müssen von den Besitzern bisher selbst organisiert werden. Um effizienter zu werden und gegenüber Händlern mehr Verhandlungsspielraum zu haben, organisieren sich Privatwaldbesitzer oft in Forstbetriebsgemeinschaften oder Holzvermarktungsgesellschaften. Diese Zusammenschlüsse lösen allerdings nur einen Teil der Strukturprobleme in der Forstwirtschaft.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Verbundvorhabens „BaSys4Forestry“ ist es, auf Grundlage der BaSys-Konzepte Prototypen eines Digitalen Zwillings des Waldes sowie Dienste zum Waldmanagement und zum Holzverkauf zu entwickeln und miteinander zu verbinden. Die erstellten Prototypen sollen dann in der Anwendung unter Realbedingungen getestet werden. Jedem Privatwaldbesitzer soll es so ermöglicht werden, ein digitales Abbild seines Waldes zu erstellen, über das er die volle Datenhoheit behält. In diesem Digitalen Zwilling können Daten hinterlegt und mit Diensten von Drittanbietern sowie den forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen gekoppelt werden.
Innovationen und Perspektiven
In der weiteren Anwendung sollen die Projektergebnisse zukünftig als infrastrukturelle Grundlage zur Digitalisierung genutzt werden. So sollen beispielsweise Dienste und Funktionalitäten wie Überwachung, Verfügbarkeitsanalysen, Preisvorhersagen oder fortgeschrittene KI-Lösungen auf die durch das BaSys-System bereitgestellten, standardisierten oder semantisch annotierten Daten zugreifen können. Die übergreifende Interoperabilität durch die generalisierte, digitale Abbildung von Wäldern mit Verwaltungsschalen ist ein wichtiger Schritt in Richtung der digitalen Forstwirtschaft.