Motivation
Handschrift und digitale Medien existieren ohne große Überschneidungen. Daran hat auch die Entwicklung zahlreicher digitaler Stifte nicht viel geändert. Studien zeigen immer wieder, dass eine handschriftliche Ausarbeitung zu einer höheren Qualität des Ergebnisses im Vergleich zum Tippen eines Textes führt. Das heißt ohne Handschrift verliert eine Wissensgesellschaft eines ihrer potentesten Werkzeuge. Bisher musste das Erlernen von Handschrift durch eine Lehrkraft oder die Eltern kontinuierlich überprüft und kontrolliert werden. Durch den Einsatz geeigneter Computerprogramme und eines elektronischen Stiftes wird es möglich, diesen Lernprozess automatisiert zu begleiten. Somit wird den Betreuungspersonen mehr Freiraum für kreative und kommunikative Aufgaben gegeben.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Verbundvorhabens „KIHT“ ist die Entwicklung eines intelligenten Lerngerätes, welches beim Erlernen der Handschrift unterstützt. Das Lerngerät soll einem normalen Stift in allen wichtigen Eigenschaften gleichkommen, damit der größtmögliche Erfolg erzielt wird. Wichtig ist hierbei der Einsatz von Papier und Stift als Schreibutensilien, um den normalen Schreibprozess optimal nachzubilden. Als Schreibgerät kommt hier ein elektronischer Stift zum Einsatz, welcher über Inertialsensorik verfügt. Das heißt kleinste Änderungen in den drei Raumachsen können erfasst und jede Position in Folge bestimmt werden.
Innovationen und Perspektiven
Das französische Unternehmen Learn&Go hat die mobile App Kaligo für das Üben von Handschrift entwickelt. Die Verwendung eines Tablet-Computers ermöglicht es, die Übungen für jeden Schüler individuell anzupassen und die Daten automatisch zu synchronisieren und zu sichern. Der in diesem Vorhaben entwickelte elektronische Stift soll mit allen gängigen mobilen Endgeräten verbunden werden und mit dieser App interagieren können: So wird Kaligo zu einem leistungsfähigen Handschrift-Tutor. Während die französische Seite sich vorwiegend der Software und KI-Algorithmen widmet, wird die deutsche Seite sich mit der Integration von geeigneten KI-Konzepten in die eingebettete Hardware beschäftigen. Hierdurch wird die Komplexität des Gesamtsystems sowohl auf die Soft- als auch Hardware verteilt, was eine schnelle und effiziente KI-Ausführung ermöglicht. Das geplante, intelligente Lerngerät soll einem möglichst großen Anwenderkreis zur Verfügung gestellt werden.