
Im IT-Sektor gibt es neben zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine lebendige und wachsende Community freier Programmiererinnen und Programmierer. Ihr enormes Innovationspotenzial wird vom klassischen Fördersystem bislang nur begrenzt erfasst. Mit dem „Software Sprint“ haben wir genau hier angesetzt, um diese kreative Kraft gezielt zu fördern.

Diese Fördermaßnahme richtet sich an visionäre Entwicklerinnen und Entwickler, die technologie-getriebene Innovationen in Form von Software-Prototypen realisieren – in der Community ist sie auch als „Prototype Fund“ bekannt. Im Fokus stehen kreative Ideen, die gesellschaftlich relevante Herausforderungen in einer datengetriebenen Welt adressieren. Die geförderten Ergebnisse werden als Open-Source-Lösungen veröffentlicht, u. a. auf Plattformen wie GitHub, um eine breite Nachnutzung und weitere Innovationsimpulse zu ermöglichen.
Ein Kernstück unserer Arbeit im Bereich der Individualförderung ist die langjährige Konzeption, Umsetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Maßnahme im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), vormals BMBF. Für 2024 haben wir den Fokus noch gezielter auf innovative Softwareprojekte in den Bereichen Datensicherheit und modulare Softwarebausteine gelegt. Gefragt sind beispielsweise Werkzeuge und Modelle zur sicheren Erzeugung, zum Teilen und zur Nutzung von Daten. Neu ist die Möglichkeit, dass Entwicklerinnen und Entwickler aus dem innereuropäischen Ausland als Teammitglieder an in Deutschland entwickelten Projekten mitwirken können. Dies fördert den internationalen Austausch und den Wissenstransfer – ein echter Gewinn für alle Beteiligten.
Förderstruktur: Agilität und Nachhaltigkeit
Einmal jährlich werden agile Projekte ausgewählt, die in einer sechsmonatigen Förderphase Open-Source-Prototypen entwickeln. Anschließend können ausgewählte Vorhaben in einer viermonatigen Anschlussförderung ihre Nachhaltigkeit stärken – etwa durch Community-Aufbau, verbesserte Nutzerfreundlichkeit oder Gründungsinitiativen. Dabei werden die Teams mit Gründungscoachings, Öffentlichkeitsarbeit, User-Tests begleitet und bei der Dokumentation unterstützt. Die Maßnahme wird durch eine durch das BMFTR geförderte Begleitforschung der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. unterstützt.
Mehr Infos unter: https://new.prototypefund.de/
Erfolge und gesellschaftliche Relevanz

Seit dem Start 2016 haben wir über 350 Projekte bei der Antragstellung beraten und während der Umsetzung begleitet. Auch in der Corona-Pandemie hat der Software Sprint seine Relevanz bewiesen: Im Rahmen des #WirVsVirus Hackathons wurden 34 Projekte gefördert, darunter Lösungen zur Erkennung gefälschter Schutzmasken und Open-Source-Plattformen mit medizinischen Inhalten. Aktuell fokussieren viele Projekte den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz – ein Beleg für die Fähigkeit des Software Sprints, schnell gesellschaftlich relevante Innovationen zu fördern.
Eine externe Evaluation aus 2023 bestätigt den Erfolg: Rund zwei Drittel der geförderten Projekte lieferten einen einsatzbereiten Prototypen ab, und etwa 60 % dieser Prototypen wurden nach der Förderung aktiv weiterentwickelt. Besonders hervorzuheben ist die Diversifizierung der Free and Open Source Software (FOSS)-Community sowie die beruflichen Perspektiven, die vielen Geförderten durch die Maßnahme eröffnet wurden. Der offene Austausch und das Community-Building bleiben dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
Übergeordneter Inhalt
Links
„Software Sprint – Förderung von Open Source Entwicklerinnen und Entwicklern“
Bekanntmachung vom 15.11.2024