Motivation
In Unternehmen wird die korrekte Ausführung von Geschäftsprozessen schon heute mithilfe von „Process Mining Tools“ untersucht. Diese erarbeiten auf Grundlage von Ausführungslogs der IT-Systeme menschenlesbare Prozessmodelle, die den Ist-Zustand reflektieren. Für die Lesbarkeit dieser Modelle werden die echten Ausführungen vereinfacht und atomare Ereignisse zu generischen Aktivitäten zusammengefasst. Dies hat zur Folge, dass diese Prozessmodelle nicht mehr zur intelligenten Planung oder zur Automatisierung geeignet sind. Daneben existieren bereits Prognosemodelle, die zwar zukünftige Ereignisse vorhersagen, die Umwandlung in eine konkrete Handlungsempfehlung ist jedoch nach wie vor den Mitarbeitern überlassen. Für eine effektive Unterstützung ist daher ein System notwendig, das Geschäftsprozesse aus den Systemlogs automatisiert erkennt und diese direkt in kostenoptimale Handlungsempfehlungen umwandelt, um so die Mitarbeiter bei ihrer Planung zu unterstützen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Projektes ist es daher Methoden, Algorithmen und Prototypen zu entwickeln, die im Schnittpunkt der Forschungsbereiche Automated Planning und Process Mining platziert sind. Die Lösung soll ein automatisiertes Planen und Ausführen von Geschäftsprozessen ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen werden zunächst neue Algorithmen entwickelt, die auf der atomaren Ereignisebene von IT-Systemen arbeiten und dort Prozessmodelle erstellen. Diese Modelle sollen im Vergleich zu bekannten Prozessmodellen um Handlungsalternativen angereichert werden. Darauf aufbauend werden domänenspezifische Planungsprobleme definiert, die optimiert werden können.
Innovationen und Perspektiven
Die Lösung wird vor allem bei zeitkritischen Geschäftsprozessen von Nutzen sein. So ermöglicht der dynamische Charakter der Planung Anpassungen auch noch nach Start der einzelnen Prozessausführungen. Dadurch kann die Planung auch kurzfristige Änderungen oder besondere Ereignisse berücksichtigen. Beispielhaft sind hier die Produktionsplanung der Modeindustrie oder auch die Einsatzplanung von Rettungskräften zu nennen. Beide Bereiche erfordern eine dynamische und situative Prozessplanung und wurden deshalb als Testfelder für den Praxiseinsatz identifiziert.