Motivation
BIM als Arbeitsmethodik im Bauwesen gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es das Informationsmanagement verbessert und die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten vereinfacht. Für einen reibungslosen Planungsablauf sind entsprechende Vereinbarungen, beispielsweise in Form von Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA), zu definieren. Solche AIA korrekt zu erstellen, ist mit den heute verfügbaren Werkzeugen jedoch ein sehr zeitintensives Verfahren und erfordert umfangreiches Wissen über BIM, die eingesetzte Software einschließlich ihrer Schnittstellen, die genutzten Fachmodelle sowie das Bauvorhaben.
Ziele und Vorgehen
Im Projekt AIAKI sollen Verfahren erforscht werden, mit denen Anwendende eine bedarfsgerechte AIA erstellen und konfigurieren können. Ziel des Projekts ist es, einen virtuellen Assistenten zu entwickeln, der einerseits Vorschläge auf Basis der gegebenen Projektinformationen und verfügbaren Beispiel-AIAs anbietet und andererseits den AIA-Entwurf der Nutzerin bzw. des Nutzers auf Plausibilität und Fehler überprüft. Hierfür verfolgt federführend das Institut für Bauinformatik der TU Dresden einen neuartigen hybriden KI-basierten Ansatz, der Methoden des Maschinellen Lernens mit wissensbasierten Methoden kombiniert. Das AIAKI-Assistenzsystem soll als Modul anschließend in die bestehende AIA-Plattform BIMQ des Projektpartners AEC3 Deutschland GmbH eingebettet werden. In diesem Rahmen soll auch die Interaktion zwischen Anwendenden und KI dahingehend untersucht werden, wie sie möglichst effizient und dem aktuellen Arbeitsstand angemessen unterstützt werden können.
Innovationen und Perspektiven
Die Anwendung für das AIAKI-Assistenzsystem wird mit Hilfe der Expertise der GI-Consult GmbH zunächst auf die Projektplanung von Bahnanlagen fokussiert sein. Indem das entsprechende Fachwissen formalisiert wird, soll es auch auf andere Anwendungsgebiete übertragbar sein. Insgesamt wird erwartet, dass sowohl der Zeitaufwand als auch die Fehleranfälligkeit des AIA-Erstellungsprozesses sich deutlich verringern, wenn die AIA automatisiert erstellt und geprüft werden kann. Praktische Tests sollen die Methodik validieren und als Grundlage für Diskussionen mit dem assoziierten Projektpartner DB Bahnbau Gruppe GmbH dienen.