Motivation
Weltweit werden etwa eine Milliarde Webseiten betrieben, die spezifische Zielgruppen ansprechen möchten und dabei unter Konkurrenzdruck stehen. Eine gute Usability, also einfache Verständlichkeit und intuitive Bedienung, ist elementar, um Informationen oder Waren für Besucher zugänglich zu machen. Das Thema ist nicht nur im Marketing- und E-Commerce-Bereich von großer Bedeutung. Durch zunehmende Online-Angebote von Ämtern und Behörden ist Usability auch ein gesellschaftlich relevantes Thema, weil damit auch nicht-internetaffinen Zielgruppen die Benutzung ermöglicht wird. Die Analyse von Eyetracking-Daten, also dem Blickverhalten von Nutzern, wird zusammen mit der Analyse von Interaktionsdaten (Klicks, Mausbewegungen, Tippen auf der Tastatur, Scrollen, Berührungen auf einem Touchscreen) als aussagekräftiges Werkzeug eingesetzt, um das intuitive Verhalten von Webnutzern zu verstehen und Verbesserungspotenzial für die Usability zu erkennen.
Ziele und Vorgehen
Das Ziel des Verbundvorhabens GazeMining ist es, Websessions semantisch zu erfassen und damit ein vollumfängliches Bild von visuellem Inhalt, Wahrnehmung und Interaktion zu erlangen. Die Log-Streams dieser Usability-Tests werden mithilfe von Data Mining ausgewertet. Die Analyse und Interpretierbarkeit der erhobenen Daten wird durch (semi-)automatische Analyseverfahren und eine nutzerfreundliche Darstellung ermöglicht.
Innovationen und Perspektiven
Die Herausforderungen liegen hier besonders in der Erfassung und Analyse hochdynamischer Webseiteninhalte sowie einer Vielzahl von eingesetzten Webtechnologien und Endgeräten. Um eine weitere Verbreitung der Usability-Analysen zu ermöglichen, soll auch Nicht-Experten der Weg zur Analyse der erkenntnisreichen Eyetracking- und Interaktionsdaten geebnet werden. Usability-Beauftragte assoziierter Partner werden das Projekt inhaltlich begleiten und in die Entwicklung des Systems sowie die Evaluation einbezogen. Das Marktpotenzial von GazeMining ist sehr groß, da sowohl der Onlinemarkt als auch das Bewusstsein für Usability und nutzerzentrierte Entwicklungsprozesse stetig wachsen.