Motivation
Für das autonome Fahren stellen innovative V2X (Vehicle-to-X, wobei X für andere Fahrzeuge, Verkehrsteilnehmer oder Infrastruktur stehen kann) Anwendungen hohe Anforderungen an die mobile Vernetzung. Sicheres autonomes Fahren setzt eine enge Koordination zwischen Fahrzeugen voraus. Dies erfordert für fortgeschrittene Szenarien des autonomen Fahrens eine zuverlässig hohe Qualität eines Kommunikationsdienstes, die derzeit nur eingeschränkt verfügbar ist.
Ziele und Vorgehen
Das KMU TWT GmbH Science & Innovation wird mit den Projektergebnissen sein Software-Produktangebot und Dienstleistungsportfolio auf weitere zukunftsrelevante Anwendungsdomänen erweitern und somit sein Kundenspektrum vergrößern können. Für die Universität Stuttgart werden die Projektergebnisse dazu beitragen, ihre Expertise im Bereich Netzwerksimulationen auszubauen, um sie für zukünftige Forschungskooperationen einsetzen zu können.
Innovationen und Perspektiven
SMART untersucht, wie V2X-Anwendungen mit solchen Defiziten von Mobilfunknetzen umgehen können. Für ausgewählte Szenarien wird die Eignung der Mobilfunkstandards LTE bzw. 5G für die Nutzbarkeit zur V2X-Kommunikation bewertet. SMART entwirft einen Mechanismus zur Aushandlung der Dienstgüte und bewertet diesen Mechanismus durch Simulation. Zur Bewertung möglichst realitätsnaher Szenarien wird eine modulare und erweiterbare Simulationsplattform entwickelt, die verschiedene bestehende Teilsimulationen auf neuartige Weise koppelt. Die Teilsimulationen umfassen eine Fahrzeug-, Straßenverkehrs- und Netzwerksimulation. Eine Game Engine wird zur Visualisierung und Detailsimulation physikalischer Effekte, zum Beispiel Abschattung, Entfernungsmessung mit Radarsensoren oder Bilderkennung, in ausgewählten Teilen des Modells verwendet. Die Simulation in Echtzeit bietet die Möglichkeit, gleichzeitig menschliche Akteure und autonome Fahrfunktionen in einer integrierten Simulation zu bewerten. Außerdem werden die Vorhersagbarkeit der Qualität eines Kommunikationsdienstes und die Leistungsfähigkeit der V2X-Anwendungen untersucht. Die Kopplung der Simulationen hat das Potenzial, neue Erkenntnisse zur V2X-Kommunikation zu gewinnen und ein neuartiges Werkzeug zur realistischen Simulation autonomen Fahrens zu ermöglichen.