Motivation
Häufig setzen Unternehmen komplexe Software-Systeme ein, um ihre betrieblichen Prozesse zu unterstützen. Viele dieser Anwendungen sind allerdings veraltet, und die Ablauflogik versteckt sich in kaum lesbarem Programm- oder Datenbankcode. Das ursprünglich implementierte Prozesswissen in Form von Prozessmodellen liegt meist nicht vor. Dadurch gestaltet es sich als schwieriges und teures Unterfangen, die tief verwachsenen Prozesse zu pflegen, sie anzupassen oder sie auf moderne Software-Architekturen umzustellen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Vorhabens ist es, ein Framework zu entwickeln, um objektzentrierte Prozesse in Software-Systemen datengetrieben anzupassen. Dazu sollen geeignete Methoden erforscht werden, mit denen sich laufende Prozesse kontinuierlich monitoren, analysieren sowie notwendige Prozessanpassungen ableiten, bewerten und planen lassen. Diese Adaptionen sollen systemtechnisch autonom bzw. teilautonom umgesetzt werden, etwa indem Programmcode, Datenbankschemata und Benutzermasken angepasst werden. Im Fokus des Vorhabens steht dabei, diese Funktionen in ein Framework zu integrieren, das Prozessadaptionen mit der geforderten Robustheit und Effizienz durchführt und so transparent realisiert, dass abgeleitete Adaptionen einzelner Software-Systemkomponenten für den Menschen nachvollziehbar bleiben.
Innovationen und Perspektiven
Die angestrebten Projektergebnisse bilden die Basis für Softwarewerkzeuge – von der problemorientierten Prozessidentifikation bis hin zu einer wesentlich vereinfachten und kostengünstigeren Prozess- und Code-Adaption. Das Vorhaben leistet somit einen wichtigen Beitrag für viele Branchen in Deutschland, in denen die Erhaltung und Weiterentwicklung geschäftskritischer IT-Prozesse ein Kernpunkt der Wettbewerbsfähigkeit ist. Gesamtgesellschaftlich ergibt sich im Hinblick auf zukünftige Modernisierungsbedarfe der strategische Vorteil, komplexe Systemlandschaften effizient und zeitgemäß zu erneuern sowie die darin enthaltenen Softwarekomponenten zu optimieren.