Motivation
Die Fähigkeit eines Unternehmens, Ideen und Konzepte schnell und effektiv in Softwaresystemen umzusetzen, ist inzwischen auch außerhalb der klassischen Software- und IT-Branche meist ein wettbewerbskritischer Erfolgsfaktor. Die Durchführung von innovativen Softwareentwicklungsprojekten mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen in kurzer Zeit stellt jedoch kleine wie große Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Investitionen für Softwareprojekte sind mit einem hohen Risiko behaftet, dass die Systeme nicht fristgerecht fertiggestellt und Budgets oder Qualitätsvorgaben nicht eingehalten werden. Insbesondere in traditionell weniger softwareaffinen Branchen fehlen aktuell Verfahren, um die Softwareentwicklung proaktiv zu steuern und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Ziele und Vorgehen
Das Ziel des Forschungsprojektes SOFIE ist es, einen Ansatz zu konzipieren und umzusetzen, der die Datengrundlage für objektive Risikobewertungen in Softwareprojekten in Echtzeit bereitstellt, sodass fundierte Entscheidungen zur Projektdurchführung und -steuerung getroffen werden können. Dadurch können beispielsweise Tests mit einer höheren Fehlererkennungsrate priorisiert ausgeführt und Qualitätsprobleme frühzeitig aufgedeckt werden. Im Projekt SOFIE sollen Verfahren entwickelt werden, welche die während des Softwareentwicklungsprozesses anfallenden Daten (Quellcode mit Versionshistorie, Tickets, Testergebnisse und Test-Coverage, Nutzungsdaten, Log-Dateien etc.) intelligent kombinieren und effizient in einer hochparallelisierbaren Cloud-Infrastruktur auswerten können. Diese Methoden und Techniken werden im realen Umfeld der Softwareentwicklung und -wartung beim Evaluierungspartner Siemens Building Technologies erprobt und evaluiert.
Innovationen und Perspektiven
Auf Basis der Ergebnisse sollen Werkzeuge entstehen, die den Anwendern ermöglichen, Investitionen in der Softwareentwicklung risikoärmer und zielgerichteter durchzuführen. Transparentere und besser steuerbare Entwicklungsprozesse ermöglichen softwareentwickelnden Unternehmen in Deutschland nicht nur, zuverlässigere Software zu produzieren, sondern auch nachzuweisen, dass die von ihnen entwickelten Systeme „Made in Germany“ einem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden.