Motivation
Der Markt der auftragsorientierten Einzel- und Serienfertigung umfasst mehr als 50 % der weltweiten Industrieproduktion. Gefragt sind damit immer kleinere Losgrößen und individuellere Leistungsangebote, wobei die Leistungen immer schneller zu erbringen sind. Dies führt dazu, dass die auftragsorientierte Fertigung zunimmt und immer mehr Unternehmen in die Wertschöpfung eingebunden werden. Damit bilden sich global zu koordinierende Wertschöpfungsnetzwerke, was wiederum die Anforderungen an die auftragsorientierte Einzel- und Serienfertigung erhöht. Auftragsorientierte Wertschöpfungsketten sind viel komplexer und dynamischer als Wertschöpfungsketten der Massenfertigung und des Handels. Sie bedürfen einer individuellen Abstimmung über mehrere Stufen innerhalb der Kette, sind variabel, also vorher nicht festgelegt, und liefern ein zuvor nicht bekanntes Produkt.
Ziele und Vorgehen
Ziel von KI-WERK ist es, ein intelligentes Assistenzsystem zur Koordination mehrstufiger, variabler Wertschöpfungsnetzwerke zu schaffen. Dieses Assistenzsystem soll die manuelle Arbeit der Supply-Chain-(Lieferkette-)Koordinatoren, Disponenten, Arbeitsvorbereiter, Projektleiter und des Vertriebsinnendienstes erleichtern, optimieren und beschleunigen.
Innovationen und Perspektiven
Um unternehmensübergreifende, auftragsbezogene Wertschöpfungsnetzwerke automatisch abzugleichen, soll im Projekt eine Cloud-Plattform entwickelt werden. Mithilfe der Plattform soll ausgehend von einer Anfrage (z.B. Kundenanfrage, Investitionsprojekt, Produktentwicklung) ein realistischer Projektplan für die Wertschöpfungskette und alle beteiligten Akteure generiert werden. Kern des Projekts ist dabei die automatische Generierung eines Problemlösungsbaumes. Dazu wird die angeforderte Leistung mithilfe von Ontologie-Verfahren beschrieben, verglichen und bewertet. Dann werden mit einem Simulationsalgorithmus realistische Termine und Risiken zur Erstellung eines Kundenangebots ermittelt und optimiert. Die während der Simulation und Risikobewertung zu treffenden Entscheidungen werden mithilfe der Fuzzy-Logik (Mustererkennung) und Methoden der mathematischen Optimierung umgesetzt. Die Koordination auftragsorientierter Wertschöpfungsnetzwerke durch eine Cloud-basierte Lösung ist ein neuartiger, bisher nicht verfügbarer Technologieansatz. Er ermöglicht den beteiligten Unternehmen, schnellere, sachlich fundierte und optimierte Leistungsangebote bei geringem bzw. handhabbarem Risiko zu erstellen und dabei hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Mit dem Vorhaben werden die branchenübergreifende Zusammenarbeit und Arbeitsteilung gefördert sowie Spezialisierungen von Unternehmen ermöglicht und damit die besonderen Stärken der deutschen Wirtschaft unterstützt.