Motivation
Systeme für das Enterprise Resource Planning (ERP) dienen der Optimierung aller in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen. Ihre Einführung stellt insbesondere dann eine große Herausforderung dar, wenn nicht auf Standardmodelle zurückgegriffen werden kann, denn deren Nutzung setzt voraus, dass die Abläufe in einem Unternehmen bereits bekannt und an Prozessstandards anpassbar sind. Insbesondere die Textilbranche ist für Anbieter von ERP-Lösungen herausfordernd, da die Artikelstruktur dort hochspezifisch, saisonal orientiert und somit in Standardsystemen schwer abzubilden ist. Gerade junge Betriebe mit wenigen Mitarbeitenden setzen deshalb zumeist kein durchgängiges Unternehmensinformationssystem ein, weil mit deren Einführung ein Personalaufwand und ein finanzielles Risiko verbunden sind, das diese Firmen in der Regel nicht tragen können. Sie profitieren daher auch nicht von den Nutzungspotenzialen, die der Einsatz solcher Modelle angesichts des kontinuierlichen Wandels in der Branche in Aussicht stellt. Kennzeichnend für diesen Umbau der Textilindustrie sind beispielsweise sinkende Umsatzzahlen im klassischen Einzelhandel, steigende Anteile im E-Commerce und die Fertigung von Bekleidung durch Roboter.
Ziele und Vorgehen
Das Vorhaben „AdjUST“ hat deshalb das Ziel, mithilfe innovativer Techniken der Prozessanalyse und der Künstlichen Intelligenz eine individuell adaptierbare Softwarelösung für die Abwicklung von Verwaltungs- und Produktionsprozessen insbesondere kleinerer Unternehmen der Textilbranche zu entwickeln. Die aus der Systemnutzung generierten Ausführungsdaten tragen ihrerseits zur kontinuierlichen Optimierung des Systems bei und werden in anonymisierter Form dazu verwendet, Referenzmodelle (Best Practices) für die Textilbranche zu entwickeln, von denen dann weitere Unternehmen profitieren können.
Innovationen und Perspektiven
Das im Projekt entstehende IT-Ökosystem und seine Komponenten – also Prozessmodellierungs- und Softwarekonfigurationswerkzeuge, Vorgehensweisen und Datenquellen – werden während der Laufzeit des Vorhabens anhand von zwei branchenbezogenen Szenarien validiert.