Motivation
Aktuell wird in der Fahrzeugbranche der klassische Fahrerplatz vor allem mithilfe digitaler Menschmodelle auf die ergonomische Durchführung der Fahraufgabe hin optimiert. Durch die fortschreitende Automatisierung von Fahrzeugen findet derzeit ein Paradigmenwechsel in der Innenraumgestaltung statt, da sich die Rolle des Fahrers verändert. Ein Großteil der Fahraufgabe wird ihm abgenommen, sodass er sich fahrfremden Tätigkeiten widmen kann. Daher werden aktuell neue Konzepte für den Fahrzeuginnenraum entwickelt, die neue Anforderungen an die Mensch-Maschine-Interaktion mit sich bringen – sowohl hinsichtlich fahrfremder Tätigkeiten als auch der Übernahme der aktiven Fahraufgabe. Analog zur klassischen Fahrzeugentwicklung ist die digitale ergonomische Absicherung dieser Konzepte für die Effizienz des Entwicklungsprozesses essenziell. Jedoch ist dies derzeit nicht möglich, da die zugrundeliegenden digitalen Menschmodelle auf die primäre Fahraufgabe in konventionellen Fahrzeugkonzepten hin optimiert sind.
Ziele und Vorgehen
Im Vorhaben INSAA sollen die Fähigkeiten des digitalen Menschmodells RAMSIS und damit die Simulation von aufgabenspezifischen Haltungen und Bewegungen, die heute zur ergonomischen Auslegung von manuell geführten Fahrzeugen durchgeführt werden, auf fahrfremde Tätigkeiten und Übernahmeprozesse erweitert werden. Dazu sollen die Datenbasis und Methoden des Menschmodells RAMSIS weiterentwickelt werden. Zunächst wird das reale Insassenverhalten bei fahrfremden Tätigkeiten und Übernahmeprozessen in einem Versuchsaufbau gemessen. Aus den Messdaten werden Modelle erstellt und in die Simulationsumgebung integriert. Um die Anforderungen der Praxis frühzeitig zu berücksichtigen und am Projektende zu validieren, sind mit AUDI, BMW, Daimler, Ford, Volkswagen, Porsche und MAN namhafte assoziierte Partner in das Projekt eingebunden.
Innovationen und Perspektiven
Nach Projektende werden die Ergebnisse zu marktreifen Lösungen weiterentwickelt, die sowohl in der Fahrzeugentwicklung als auch für die Beobachtung von Insassen zur Erhöhung der Sicherheit in automatisierten Fahrzeugen eingesetzt werden können.