Motivation
Die Photovoltaik spielt eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen Energieversorgung. Um Solarmodule ressourceneffizient zu nutzen, ist es wichtig, ihre Lebensdauer zu verlängern. Dies schließt die Möglichkeit ein, Solarmodule nach ihrem ersten Einsatzzyklus weiterzuverwenden. Die Herausforderung besteht darin, belastbare Verwertungsszenarien für bereits genutzte Solarmodule aufzuzeigen. Dies kann durch Reparaturen, direkte Wiederverwendung sowie effizientes Recycling und die Rückgewinnung von Rohstoffen erfolgen. Im Projekt ReSolar3 sollen digitale Bewertungswerkzeuge entwickelt werden, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Wiederverwertung von Solarmodulen zu schaffen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Vorhabens ist es, eine Software-Applikation als Entscheidungshilfe dafür zu entwickeln, ob und inwieweit sich bereits genutzte Solarmodule wiederverwenden lassen. Als Datenbasis werden Modul-, Prozess- und verfügbare Standortdaten aus dem Nutzungsprofil eines Solarmoduls kombiniert. Zusammen mit einem maschinellen Lernalgorithmus sollen diese Daten eine verlässliche Entscheidungsgrundlage dafür bilden, ein Solarmodul ressourcenschonend wiederverwenden zu können. Hierfür werden qualitätsrelevante Merkmale durch zerstörungsfreie Prüfverfahren an bereits genutzten Modulen im Labor und der Industrie erhoben. Die gesammelten Daten werden in einer Datenmanagementplattform zusammengetragen, verarbeitet und gespeichert. Mithilfe des Fachwissens der Projektpartner werden die Daten analysiert und maschinelle Lernmodelle entwickelt, um Vorhersagen über die Lebensdauer, den Zustand und die optimale Wiederverwendung der Module zu treffen.
Innovationen und Perspektiven
Die zu entwickelnde Software-Lösung wird insbesondere Anbietern von Second-Life-Lösungen und Recyclingunternehmen als belastbare Entscheidungsbasis dienen. Derzeit sind schätzungsweise bis zu 50 % aller heute entsorgten Solarmodule noch für einen weiteren Einsatz geeignet. Dieses Potenzial kann erheblich dazu beitragen, die Photovoltaik stärker und damit die Ressourcen effizienter zu nutzen.