Motivation
Der plötzliche Herztod hat derzeit eine Todesrate von circa 90 %. In der EU sterben jährlich fast eine halbe Million Menschen daran. Automatische externe Defibrillatoren (AED) sind medizinische Geräte zur akuten Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern. Ohne Behandlung sterben Betroffene innerhalb weniger Minuten. Der AED-Einsatz durch Ersthelfende trägt wesentlich zur Lebensrettung bei. Flächendeckende Verbreitung, einfache Auffindbarkeit und öffentliche Zugänglichkeit sind wesentliche Faktoren, um die Überlebensrate signifikant zu verbessern.
Ziele und Vorgehen
HerzKISO knüpft an eine bereits entwickelte Lösung des Konsortialführers CardiLink an. Diese ermöglicht es, AED mithilfe von intelligenten, batteriebetriebenen Sensorchips über GPS-Technologie automatisch zu überwachen und zu vernetzen. Damit sind die Geräte unabhängig von externer Stromversorgung und lokalen WLAN-Netzen. Im Vorhaben sollen nun zwei zentrale Fragen beantwortet werden: Wie viele AED werden im betrachteten Gebiet insgesamt benötigt, um eine geeignete Abdeckung zu gewährleisten? Wo sollen die AED angebracht werden, sodass sie öffentlich zugänglich, ohne Vorwissen auffindbar und möglichst fair sowie gleichverteilt sind? Dazu wird ein auf künstlicher Intelligenz basierender Algorithmus entwickelt, der neben den AED-Sensordaten auch demografische Aspekte berücksichtigt. Dieser kann den aufwändigen, manuellen Planungsprozess zur Platzierung von AED in Städten erheblich beschleunigen und die Kosten der Planungsphase deutlich senken. Das Ergebnis des Projekts ist ein interaktiver Demonstrator zur optimierten Standortplanung von Defibrillatoren.
Innovationen und Perspektiven
Der Algorithmus wird prototypisch am Beispiel der Stadt Fürth und der Gesundheitsregion Landkreis Fürth entwickelt. Weitere Testregionen sollen während der Laufzeit des Projekts identifiziert werden. Langfristig wird damit das Ziel einer besseren Gesundheitsvorsorge durch AED im öffentlichen Raum unterstützt.