Motivation
Die Verarbeitung, Bereitstellung und wirtschaftliche Verwertung personenbezogener Daten in Form von Smart Services wird von Datenmonopolisten bereits allgegenwärtig demonstriert. Das dabei verfolgte Vorgehen steht jedoch zunehmender Kritik gegenüber, die Privatsphäre von Nutzern nicht ausreichend zu respektieren und personenbezogene Daten zweckentfremdend zu verarbeiten. Insbesondere für KMU besteht ein hohes Potenzial darin, durch datenschutzzentrierte Lösungen das Vertrauen von Nutzern zu gewinnen und durch attraktive Angebote smarter Services neue Marktanteile zu erschließen und zu sichern.
Ziele und Vorgehen
Das Vorhaben DiSCREET hat zum Ziel, eine anwendungsorientierte, datenschutzzentrierte Smart-Service-Plattform zu entwickeln. Mit dieser Plattform sollen integrierte Konzepte, Methoden und Werkzeuge bereitgestellt werden, mit denen kosteneffiziente individuelle Smart Services erstellt werden können. Dateneigentümer werden auf diese Weise selbst entscheiden können, von wem und für welche Zwecke ihre Daten verwendet werden dürfen. Dazu sollen Sensordaten aus dem Bereich Smart Living unter der Bedingung, dass verschiedene Datenschutzoptionen gewährleistet sind, genutzt, typische Nutzergewohnheiten/-präferenzen auf Basis von Verfahren des maschinellen Lernens (ML) automatisiert abgebildet und individualisierte Services ermöglicht werden. Im Vorhaben wird dazu ein ganzheitliches Datenschutzkonzept zur Nutzung und Weitergabe personenbezogener Daten erstellt. Um individuelle Nutzergewohnheiten/-präferenzen und die Anomalieerkennung abzubilden, werden Methoden und Werkzeuge für die ML-basierte Mustererkennung entwickelt. Darüber hinaus werden Methoden und Werkzeuge für die modellgetriebene Entwicklung smarter Services bereitgestellt. Die Teilergebnisse werden in einer Plattform integriert, um die Nutzerakzeptanz und -freundlichkeit zu untersuchen.
Innovationen und Perspektiven
Im Projekt sollen neben dem Datenschutz und einer transparenten Datennutzung auch das Verwertungspotenzial personenbezogener Daten innerhalb des User-centered-Design-Prozesses betrachtet werden. Dabei sollen Lösungen entstehen, welche es dem Nutzer ermöglichen, unter anderem finanzielle Vorteile und Mehrwerte in Form von mehr Komfort und Sicherheit im eigenen Zuhause zu generieren. Neben dem Bereich Smart Living soll auch sichergestellt werden, dass sich die Projektergebnisse auf weitere Branchen (z.B. Versicherungs- oder Wohnungswirtschaft) übertragen lassen. Für den Pilotbereich Smart Living ist ein Hersteller derartiger Lösungen als assoziierter Partner im Projekt mit eingebunden.